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Das Rathaus von Kitzingen

Stadt in Unterfranken in Bayern

Kitzingen: unterfränkische Weinstadt mit sehenswerten Details

Die Stadt Kitzingen im Norden Bayerns – interessante Informationen über die Wirtschaft, die Politik sowie über die Geschichte, Einwohner und weitere Fakten.

  • Kitzingen liegt in Unterfranken und ist Teil der Metropolregion Nürnberg.
  • Die Geschichte der Stadt reicht bis in das Jahr 745 zurück.
  • Die Wirtschaft der Stadt basiert auf dem Weinbau sowie mehreren Industriezweigen, darunter Automobilzulieferer.

Kitzingen – Am 15. März 2020 fanden die letzten Kommunalwahlen der Stadt Kitzingen statt. Neuer Oberbürgermeister im Amt ist Stefan Güntner (CSU), der den Kommunalpolitiker Siegfried Müller ablöste. Er bekleidete die Position von 2008 bis 2020 und war Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen sozialen Wählergruppe Kitzingen (UsW). An der politischen Landschaft hat sich durch die Wahl nur wenig geändert: Die SPD hält weiterhin vier Sitze und bei der CSU sind es wie zuvor acht Sitze. Neu in der Politik der Stadt dabei sind die Grünen mit vier Sitzen.

Stadt Kitzingen: Lage und Einwohner

Die Stadt Kitzingen befindet sich im Regierungsbezirk Unterfranken in Nordbayern und liegt rund 94 Fahrkilometer von Nürnberg entfernt. Weitere Städte in der Nähe sind Würzburg und Schweinfurt. Der Landkreis Kitzingen gehört dem Weinbaugebiet Franken an. Die geografische Lage der Stadt prägen zudem der Main sowie die Mittelgebirgslandschaften des Steigerwalds. Das Stadtgebiet von Kitzingen erstreckt sich über beide Seiten des Mains, wobei der Stadtkern auf dem westlichen Ufer angesiedelt ist. Vier Straßenbrücken und eine Eisenbahnbrücke führen über den Fluss: Nordbrücke, Alte Mainbrücke, Konrad-Adenauer-Brücke, Eisenbahnbrücke und Südbrücke.

Die Bevölkerungszahl beläuft sich auf 91.367 Menschen im Landkreis (Stand: 30. Juni 2020) und 22.181 in der Stadt selbst (Stand: 30. September 2020). Die 90.000er-Marke überstieg die Region erstmals im Jahr 2017 zur Stichtagszählung am 30. Juni. Kitzingen hat in den vergangenen Jahren stetig an Einwohnern gewonnen. Die Region verdankt ihren Bevölkerungszuwachs in erster Linie dem regen Wirtschaftsleben inklusive hoher Beschäftigung sowie der Ansiedlung von Flüchtlingen. Prognosen sehen für den Landkreis weiterhin stabile bis leicht steigende Einwohnerzahlen voraus.

Stadt Kitzingen: Geschichte vom Anfang bis zur Neuzeit

Die Geschichte der Stadt Kitzingen begann wahrscheinlich im Jahr 745, als Hadeloga von Kitzingen an dieser Stelle ein Frauenkloster gründete. Sie war die Schwester des Frankenkönigs Pippin der Jüngere. Der Name Kitzingen leitete sich vom Schäfer Kitz ab: Dieser entdeckte der Legende nach den Schleier von Hadeloga, den diese mit dem Wind über die Landschaft wehen ließ – um einen Standort für ihr neues Kloster zu bestimmen. In einer Urkunde von König Heinrich III. tauchte dann erstmals schriftlich eine Dorfsiedlung mit dem Namen auf. Im Jahr 1400 nahm der Bau der Pfarrkirche St. Johannes seinen Lauf. Das Gebäude im spätgotischen Stil ist heute das älteste erhaltene Bauwerk.

Während des Zweiten Weltkriegs erlebte Kitzingen am 23. Februar 1945 schwere Luftangriffe, die weite Teile des Stadtgebiets zerstörten. 1957 entstand ein neues Hafengelände und 1962 erhielt die Stadt mit zwei Anschlussstellen eine Anbindung an die Autobahn. 1972 stieg Kitzingen zur Großen Kreisstadt auf. 1995 feierte die Stadt ihre 1250-Jahr-Feier. 2017 erhielt sie den Titel einer „Fairtrade Stadt“.

Stadt Kitzingen: Wirtschaft und Unternehmen

Die Stadt Kitzingen ist ein florierender Wirtschaftsstandort. Die wichtigsten Eckdaten bietet die folgende Auflistung:

  • Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent (Januar 2021)
  • Gesamtverkaufsfläche von 66.500 m²
  • rund 131 Betriebe in der Innenstadt angesiedelt
  • Einzelhandelsumsatz von 159,1 Millionen Euro pro Jahr (Stand 2018)

Einen der größten Industriezweige stellt der Weinbau mit drei Weinanlagen dar: Eherieder Berg, Eselsberg und Wilhelmsberg. Weitere bedeutende Anlagen der Gegend sind Sickershäuser Storchenbrünnle und Repperndorfer Kaiser Karl. Interessanterweise stammt das älteste deutsche Weingesetz aus Kitzingen, das im Jahr 1482 erlassen wurde. Während Kitzingen zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch als „Stadt der 100 Weinhändler“ bekannt war, finden sich heute allerdings nur noch einige von ihnen hier. Die weinbaulichen Flächen erstrecken sich auf insgesamt rund 30 Hektar.

Die Wirtschaft bestimmen außerdem die Industrieunternehmen GEA Brewery Systems (Brauereien) sowie Franken Guss und F.S. Fehrer Automotive (Automobilzulieferer). Die Deutsche Post AG unterhält vor Ort eines seiner Paketzentren, das von der verkehrsgünstigen Lage profitiert. Darüber hinaus betreibt die Supermarktkette Netto ein Auslieferungslager.

Stadt Kitzingen: Tourismus, Kultur und Sehenswürdigkeiten

Eine historische Innenstadt und vielfältige kulturelle Angebote gehören zu den Anziehungspunkten für Besucher. Einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind:

  • der Kitzinger Marktplatz mit Rathaus aus dem 16. Jahrhundert
  • das Conditorei-Museum
  • die Alte Mainbrücke
  • der Falterturm
  • die Buntsandsteinsäule am Königsplatz
  • die Überreste des ehemaligen Leidenhofs
  • die katholische Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer
  • das Deutsche Fastnachtmuseum
  • das Städtische Museum mit Stadtarchiv

Die Stadt Kitzingen bietet zudem ein umfangreiches Kulturprogramm: Veranstaltungsorte sind mehrere Theater, das Programmkino Roxy am Rosenberg sowie das musikalisch-kulturelle Zentrum namens Villa Paganini. Auf dem Event-Kalender steht eine Vielzahl an regelmäßigen Veranstaltungen, die Bewohner der Stadt und Gäste von außerhalb gleichermaßen anziehen. Eine davon ist der Landkreisfaschingsumzug, der gemeinsam im Wechsel mit den Gemeinden Dettelbach und Volkach stattfindet.

Im Oktober lädt die Etwashäuser Kirchweih zum Kirchweihumzug - begleitet mit bunten Blumen- und Gemüsewägen. Highlight des Events ist stets die feierliche Krönung der neuen Gärtnerkönigin. Das Fest in der Gärtnervorstadt Etwashausen trägt auch den Namen „Ebshäuser Kerm“. Historischer Hintergrund ist die Weihe der Kreuzkapelle. Am Nachmittag des Kirchweih-Sonntags haben die Geschäfte geöffnet. Besucher können die traditionellen Burschenschaften und Trachtengruppen bestaunen.

Stadt Kitzingen: Politik, Stadtrat und Bürgermeister

Der Stadtrat von Kitzingen umfasst 30 Sitze. Seit den Kommunalwahlen im Jahr 2020 sieht die Verteilung wie folgt aus:

  • SPD: 4 Sitze
  • CSU: 8 Sitze
  • Grüne: 4 Sitze
  • UsW (Unabhängige soziale Wählergruppe): 2 Sitze
  • Landesvereinigung Freie Wähler Bayer (FBW): 4 Sitze
  • Kommunale Initiative Kitzingen (KIK): 2 Sitze
  • Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP): 2 Sitze
  • ProKT: 2 Sitze
  • Bayernpartei: 1 Sitz
  • AfD: 1 Sitz

Der Jurist Stefan Güntner ist seit dem 1. Mai 2020 im Amt des Oberbürgermeisters. Ihn unterstützen die Bürgermeisterin Astrid Glos (SPD) und der Zweite Bürgermeister Manfred Freitag (FW-FBW).

Die Stadt Kitzingen trägt in ihrem Wappen „in Blau eine durchgehende, oben gezinnte silberne Brücke mit drei Pfeilern“. Diese Symbolik leitet sich von einer Brücke ab, die schon damals den Main überspannte. Vorlage für das Stadtwappen lieferte ein Siegel aus dem Jahr 1349. Die Farben Blau und Silber kamen im 16. Jahrhundert dazu.

Stadt Kitzingen: Bekannte Persönlichkeiten

Die Stadt Kitzingen kann zahlreiche berühmte Persönlichkeiten zu ihren einstigen und heutigen Bewohnern zählen. Neben der Gründerin Hadeloga von Kitzingen spielen weitere Personen in der Stadtgeschichte eine Rolle. Da wäre beispielsweise Carl Otto Deuster, der als einer der reichsten Weinhändler der Region galt und bis 1877 lebte. Der Maler Ernst Unbehauen (1899–1980) wohnte nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweise in Kitzingen. Weibliche Persönlichkeiten sind die Journalistin und Schriftstellerin Bella Fromm sowie die Heiligen Elisabeth von Thüringen, Thekla von Kitzingen und Hedwig von Andechs – bis auf Fromm allesamt Angehörige des ortsansässigen Benediktinerinnenklosters.

Einige der bekanntesten Töchter und Söhne der Stadt sind: der Fußballspieler Tim Latteier, der Mediziner und Hochschullehrer Hans Roland Dürr sowie die Schriftstellerin Karin Müller.

Als Ehrenbürger ernannte Kitzingen unter anderem folgende Personen: Fürst Otto von Bismarck, Friedrich von Deuster, Paul von Hindenburg und Hans-Joachim Schumacher. Letzterer war von 1952 bis 1985 Präsident der Kitzinger Karnevalsgesellschaft, die er mit anderen Faschingsfreunden gründete. Schumacher war zudem als Vorstandsmitglied im Bund Deutscher Karneval sowie als Leiter des Deutschen Fastnachtmuseums tätig.

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