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Der kleine Luca hat seiner Mama das Leben gerettet.

Helden ausgezeichnet

Der kleine Luca rettete seiner Mama das Leben

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München - Sie sind Helden: Vier Oberbayern haben anderen Menschen das Leben gerettet. Dafür wurden sie im feierlichen Rahmen ausgezeichnet. Besonders bewegend: die Geschichte des kleinen Luca. Er hat seine Mama nach einem Schlaganfall gerettet.

Luca Rank hat ein süßes Lausbubenlächeln. Er kommt aus Rudelzhausen im Kreis Freising, mag Klettern und Laufen und geht in die 1. Klasse. Außerdem ist er ein Lebensretter. Und was für einer.

Luca war gerade mal fünf, da hat er blitzschnell und saugescheit gehandelt. Seine Mama Daniela hat daheim plötzlich einen Schlaganfall bekommen. Sie konnte nicht mehr sprechen, der Papa war schon in der Arbeit, da hat der Bub geistesgegenwärtig einen Notruf an der Leitstelle Erding abgesetzt.

Die Mama hat ihm noch die Nummer gewählt, aber mehr konnte sie nicht mehr tun. Luca blieb ruhig und gab den Helfern am Telefon Adresse, Name und die genaue Anfahrtsbeschreibung durch: „Man fährt am weißen Zaun vorbei“, hat er gesagt, „die Straße runter, dann rechts.“ Kurz später war Hilfe da. Luca, der Notruf-Profi, hat alles richtig gemacht. Inzwischen geht es auch der Mama wieder besser. Im Maximilian-Saal der Regierung von Oberbayern in München hat sie ihrem kleinen Helden am Freitag gleich mal ein dickes Bussi auf die Backe gegeben. Die beiden waren nämlich eingeladen, besser gesagt Luca war eingeladen, um sich für seine Supertat eine Urkunde und eine Medaille von Regierungspräsident Christoph Hillenbrand abzuholen. „Öffentliche Anerkennung für eine Rettungstat“, stand auf der Urkunde. Aber mit so einer Urkunde und einer Silbermedaille kann man als inzwischen Siebenjähriger halt doch nicht so viel anfangen. „Für dich braucht’s was Handfesteres“, sagte der Regierungspräsident und überreichte das perfekte Geschenk für kleine Retter: einen Gutschein für die Besichtigung des Flughafen-Towers. Ehre, wem Ehre gebührt.

Christoph Hillenbrand hat noch drei weitere bayerische Helden ausgezeichnet. Karin Dietrich aus Eichenau im Landkreis Fürstenfeldbruck hat im März 2013 das Warnsignal eines Rauchmelders in ihrem Mehrfamilienhaus gehört. Sofort klingelte sie bei ihrer Nachbarin – aber nichts passierte. Als sie dann auch noch Rauch sah, holte sie den Zweitschlüssel, der bei einer anderen Nachbarin hinterlegt war – und öffnete die Wohnungstür. Beißender Rauch schlug ihr entgegen. Auf dem Boden lag eine ohnmächtige Person. Karin Dietrich zog die Frau aus der Wohnung und rettete der Nachbarin so das Leben.

Franz Niedermeier aus Ottobrunn im Kreis München war im August 2012 am Steinsee im Kreis Ebersberg. Plötzlich hörte er aus dem Wasser Hilfeschreie. Eine Schwimmerin hatte einen Schwächeanfall, eine zweite Schwimmerin versuchte verzweifelt, sie über Wasser zu halten. Franz Niedermeier sprang sofort ins Wasser, drückte die bewusstlose Schwimmerin nach oben und brachte sie mit einem zweiten Mann, der zu Hilfe gekommen war, mit letzter Kraft zum 35 Meter entfernten Ufer.

Wolfram Schecher aus Planegg im Kreis München ist Kletterausbilder. Im April 2013 war er in der Kletterhalle „Heavens Gate“ in München. Eine Familie war nicht weit weg von ihm an der Steilwand beim Klettern. Wolfram Schecher hörte plötzlich ein Poltern und sah, wie ein Mann aus 20 Metern Höhe fast ungebremst auf den Boden zu fiel – seine Partnerin hatte die Kontrolle über das Sicherungsseil verloren. Der Kletterausbilder hechtete zu dem Sicherungsseil und konnte es um Haaresbreite noch festhalten, bevor der Mann auf den Boden aufgeschlagen wäre. Womöglich hat er ihm so das Leben gerettet.

Regierungspräsident Hillenbrand sagte: „Bayern kann stolz sein, Sie zu haben.“ Das gilt für alle vier Retter, keine Frage.

Stefan Sessler

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