Auto rast offenbar in Bushaltestellen in Marseille

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Ein Foto aus glücklichen Tagen: Das letzte Bild der Familie Eglhuber ist erst einige Monate alt – es wurde vor Alfred Eglhubers Schlaganfall aufgenommen. Seit damals ist er ein Pflegefall, seine Frau Eva muss die Großfamilie allein versorgen. Hilfe bekommt sie vom Flughafenverein München.

Flughafenverein sammelt Spenden

Das bewegende Schicksal dieser Großfamilie

Hinterskirchen - Ein Moment reichte, um den siebenfachen Familienvater Alfred Eglhuber zum Pflegefall zu machen. Seit seinem Schlaganfall meistert Ehefrau Eva den Alltag der Großfamilie alleine. Begleitet von der Angst, dass sich ihr Mann nie wieder erholt – aber auch von Menschen, die ihr helfen.

„Sind Sie verheiratet?“, fragt der Notarzt den blonden Mann auf der Liege. Es ist Alfred Eglhuber, er ist 49, Vater von sieben Kindern, arbeitet bei der Feuerwehr. Aber als der Notarzt ihn fragt, hat Eglhuber sein Leben vergessen. „Nein“, antwortet er kurz. Und seine Frau Eva, die daneben sitzt, ist einfach nur still.

Der Tag, an dem sich das Leben der Familie Eglhuber aus dem niederbayerischen Hinterskirchen schlagartig verändert, ist ein Tag Ende Januar. Er beginnt wie immer. gerade haben sie gemeinsam gefrühstückt. Die älteren Kinder sind auf dem Weg in die Schule, die kleineren krabbeln auf die Rückbank des Familienbusses. Papa Alfred holt die Rucksäcke aus dem Haus und verstaut sie im Kofferraum. Doch noch bevor Eglhuber sich ans Steuer setzen kann, bricht er zusammen. Ein doppelter Schlaganfall. Einfach so.

Seitdem muss Eva Eglhuber viele Fragen beantworten. „Wann kann der Papa wieder sprechen?“ – „Wann kann der Papa wieder laufen?“ – „Wann kommt er wieder nach Hause?“ Die Fragen tun weh. Dass Eva Eglhuber ihren Kindern keine Antworten geben kann, schmerzt sie umso mehr. „Mein Wunsch ist, dass Alfred bald wieder gesund wird“, sagt sie. Die Realität sieht im Moment anders aus. Denn der 49-Jährige, Fußballtrainer, Gemeinderat, Kassier eines Fördervereins, der, den seine Frau ein „Energiebündel“ nennt, ist noch in Reha. Während ihr Mann versucht, sich in kleinen Schritten sein Leben zurückzuerobern, stemmt Eva Eglhuber ihrs – und das der Kinder.

Früher war das alles ganz einfach: Vater Alfred, der bei Flughafen-Feuerwehr München als Hauptbrandmeister arbeitete, brachte das Geld nach Hause, fuhr mit den fünf Buben und zwei Mädchen zum Fußball, Skifahren, Musikunterricht. Mutter Eva kümmerte sich um den Haushalt, die Schulangelegenheiten und eine kleine Landwirtschaft. Heute lastet auf den Schultern von Mama Eva die ganze Verantwortung. Die Hausarbeit, die Krankenhaus- und Rehabesuche, der Papierkram.

Es ist hart. Aber ganz allein ist Eva Eglhuber dann doch nicht. Denn der Flughafenverein München hilft der Familie mit Spendenaufrufen – vor allem über Facebook. Der Vereins-Vorsitzende Thomas Bihler nennt das, was seit dem Schlaganfall seines Kollegen passiert ist, „echte Solidarität unter Feuerwehrleuten“. Er nennt es „außergewöhnlich“. Er sagt: „So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Kameraden aus ganz Deutschland sind dem Spendenaufruf gefolgt – über 600 Einzelspender hat Bihler bisher verbucht, insgesamt hat der Verein für die Familie 40 000 Euro gesammelt. „Wenn sie was davon brauchen, melden sie sich“, sagt Bihler. Dann geht alles ganz unbürokratisch.

Kürzlich hat der Verein etwas ganz Besonderes eingetütet. Er hat es geschafft, den Box-Weltmeister Wladimir Klitschko auf das Schicksal der Familie aufmerksam zu machen. Klitschko schickte kurzerhand ein Paar seiner roten Boxhandschuhe, Bihler und seine Kollegen versteigerten sie. Ein Mitarbeiter vom Flughafen ließ sich die roten Handschuhe 1200 Euro kosten. 1200 Euro mehr auf dem Konto der Familie.

Ob Vater Alfred etwas von der Hilfsbereitschaft mitkriegt? Sicher ist das nicht, so wie nichts mehr sicher ist. Die stationäre Reha soll noch bis Juni laufen, dann ambulant weitergehen. Ob Alfred je wieder laufen, je wieder sprechen kann? Seine Frau sagt: „Man weiß es einfach nicht.“ Aber die Hoffnung hat sie nicht verloren.

Das Spendenkonto

„Feuerwehrmann Eglhuber“ bei der Sparkasse Erding/Dorfen läuft noch bis September. IBAN: DE11 7005 1995 0020

3227 98.

von Johannes Schelle

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