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Wilde Gesellen mit gefährlichen Waffen: Als Wikinger verkleidet, überfielen 20 Personen die Familie

Schlechter Scherz oder Rachefeldzug?

Wikinger verletzen Familie mit Holzschwertern

Kleinrinderfeld/Würzburg - Das närrische Treiben haben rund 20 verkleidete “Wikinger“ im Landkreis Würzburg möglicherweise zu einer Abrechnung genutzt: Sie gingen mit Holzschwertern auf eine Familie los.

Die Familie von Gerhard G. (53) ist vor zwei Jahren aus Üttingen nach Kleinrinderfeld, einen idyllischen Vorort von Würzburg, gezogen. Er, seine Frau Heidemarie (43), die drei Söhne Mike (17), Steven (17), David (22) und drei Töchter Sarah, Jenny und Sabrina (25) fühlen sich dort eigentlich sehr wohl. Bis jetzt! Seit die Zwillingsbrüder Mike und Steven in einen Streit mit der Ortsjugend verwickelt worden waren, gab es immer wieder Bedrohungen von Einheimischen. Jetzt aber kam es zum Eklat: Eine Horde wütender Wikinger stürmte ihr Haus!

Es ist Rosenmontag: ein heiterer Tag für Faschingfans. Auch das kleine Örtchen Kleinrinderfeld ist an diesem Tag auf den Beinen. Die Prunksitzung hat das Motto „Wicki und die starken Frauen“ – und auch beim großen Rosenmontagsumzug, später am Nachmittag, ziehen zahlreiche als Wikinger verkleidete Gestalten durch das 2000-Seelen-Dorf.

Doch für 20 der starken Männer ist offenbar nach dem Umzug noch lange nicht Schluss. Gemeinsam haben sie einen fiesen Plan geschmiedet: Sie wollen der Familie G. eins auswischen. Gegen 19 Uhr treibt es die Horde zum Haus der Familie. Der Plan ist perfekt: Die Wikinger fallen an diesem Tag nicht auf. Viele der verkleideten Kleinrinderfelder gehen jetzt heim.

Als sie am Haus der ihr verhassten Familie ankommen, geht es Schlag auf Schlag. Mit Gebrüll und Gewalt zerlegen sie zunächst die Wohnungstüre in alle Einzelteile. Als sie sich ihren Weg durch die massive Haustür gebannt haben, stürmen sie mit gezückten Holzschwertern ins Innere des Hauses. Und hier geht die sinnlose Randale weiter: Die 20 Wikinger zertrümmern alles, was ihnen in den Weg kommt.

Als sie die Hausbewohner erblicken, machen die verkleideten Männer auch nicht vor ihnen Halt. Ohne mit der Wimper zu zucken, greifen sie an.

„Sie waren als Wikinger und Könige verkleidet. Erst beleidigten sie uns, dann traten sie mit Baseballschlägern und Äxten die Tür ein“, erzählt der Familienvater Gerhard. Sabrina versucht, sich mit ihrer Mutter ins Schlafzimmer zu retten. Doch dann erwischen die Männer ihren Bruder. „Er hatte schon Würgemale am Hals. Da ist meine Mutter mit einem Lattenrost auf sie los“, sagt die 25-Jährige. Dann reicht es den „starken“ Männern. So schnell, wie sie gekommen sind, so schnell machen sie sich auch wieder aus dem Staub.

Zurück bleiben drei verletzte Personen – und jede Menge Chaos. Als die Polizei eintrifft, findet sie inmitten der Trümmer noch ein zerbrochenes Holzschwert. Wohl eine der Tatwaffen, die zugleich Teil der Kostümierung war. Die beiden Frauen und der Jugendliche kommen ins Krankenhaus. Dort zeigt sich: Die Verletzungen sind zum Glück nicht so gravierend. Alle drei haben Prellungen, können jedoch wieder nach Hause.

Einiges ist noch unklar: Warum fiel eine Horde wilder Wikinger, beziehungsweise verkleideter Kleinrinderfelder, bei der Familie G. ein?

Die Polizei, die mit einem Großaufgebot angerückt war, nahm zahlreiche Personalien von all den Personen auf, die dem Faschingsmotto in Kleinrinderfeld entsprechend als Wikinger verkleidet waren. Wer aber genau die 20 Krawall-Wikinger waren, ist bislang unklar. Ein Polizeisprecher: „Wir wissen nicht, wer die Täter sind.“

jv, aw

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