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Kurt Albert in Aktion – er gilt als einer der besten Sportkletterer weltweit.

Kletter-Pionier stürzt in den Bergen ab

Hirschbach/Regensburg - Nach dem schweren Unfall des Kletter-Profis Kurt Albert in einem Klettersteig in der Oberpfalz rätselt die Polizei über die Ursache. Der 56-Jährige schwebt in Lebensgefahr.

Was ist da passiert? Am Sonntag war Kurt Albert als einer von drei Führern mit einer 17-köpfigen Gruppe im „Höhenglücksteig“ nahe Hirschbach in der Oberpfalz unterwegs – die Tour hatte ein Outdoor-Unternehmen aus dem süddeutschen Raum gebucht. Gegen 12 Uhr stürzte Albert unter unklaren Umständen 18 Meter in die Tiefe. Dabei zog er sich lebensgefährliche Verletzungen zu.

Er wurde mit einem Rettungshubschrauber geborgen. Albert werde in einem Krankenhaus in Erlangen behandelt, teilte die Polizei in Regensburg gestern mit. Meldungen im Internet, wonach Albert bereits gestorben sei, seien falsch. Unklar seien nach wie vor die Umstände von Alberts Sturz. „Wir haben bislang keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden“, berichtete ein Polizeisprecher. Weiterhin werden Zeugen gesucht.

Stürzte 18 Meter tief: Kurt Albert.

Der im Landkreis Forchheim lebende Albert gilt als Pionier der Freikletterbewegung und als einer der bekanntesten Alpinisten Deutschlands. Er hat 1975 das so genannte Rotpunkt-Klettern eingeführt: Alle Touren, bei denen er im Vorstieg technische Hilfsmittel (Haken, Klemmkeile, Karabiner) allein zur Sicherung und nicht zur Fortbewegung einsetzte, markierte er mit einem roten Punkt. Diese Stilrichtung hat sich – als Abgrenzung zum technischen Klettern – bis heute als das „richtige“ Freiklettern etabliert. Zusammen mit dem legendären, 1992 verstorbenen Wolfgang Güllich hat Kurt Albert zu Beginn der 80er Jahre das Sportklettern in die großen Wände der Alpen übertragen.
Zu seinen Glanzleistungen zählte 1987 die erste Rotpunkt-Durchsteigung der Direttissima durch die Nordwand der Großen Zinne in den Dolomiten (Schwierigkeitsgrad VIII+). Kurt Albert hat einige der schwersten Sportkletterrouten in Deutschland erschlossen, gehörte über Jahrzehnte hinweg zu den besten Kletterern der Welt.

von Martin Becker

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