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Die Gesichter des neuen Konzepts: (v.l.) Michael Schneider, Monika Boklemann (beide bifa), Christina Haus (LMU) und BOB-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch.

Klima-Anpassungskonzept

Warum die BOB Hybrid-Züge anschaffen will

Schon jetzt sind die Folgen des Klimawandels sichtbar. Die Bayerische Oberlandbahn (BOB) will ihren Teil dazu beitragen, diese abzuschwächen. Zum Beispiel mit hybriden Zügen.

Bayrischzell – Heiße Sommer, milde Winter und Extremwetterereignisse – die Folgen des Klimawandels sind unbestritten. Grund genug für die Bayerische Oberlandbahn (BOB), sich mit den Konsequenzen auseinanderzusetzen – gemeinsam mit dem Umweltinstitut „bifa“ und der Ludwig-Maximilians-Universität München hat das Unternehmen ein Klimaanpassungskonzept entwickelt. Die Ergebnisse haben Geschäftsführer Bernd Rosenbusch und Vertreter der beiden Institute gestern auf dem Wendelstein in Bayrischzell (Kreis Miesbach) vorgestellt. Ein Nebeneffekt des schon länger angesetzten Termnins: Nach dem Rüffel durch den Freistaat wegen etlicher Betriebsprobleme (wir berichteten) soll es wieder schöne Nachrichten von der BOB geben.

53 unternehmensspezifische Maßnahmen haben die Institute mittels Experteninterviews und Workshops zusammengestellt. Eine könnte bereits innerhalb der kommenden drei Jahre erfolgen: die Beschaffung neuer, hybrider Fahrzeuge. „So können wir zwischen Holzkirchen und München ohne Diesel fahren.“ Heißt: elektrisch. Damit ließe sich auch gleich ein weiteres Problem lösen, die Klimatisierung. Dem Anpassungskonzept nach sind hierfür sogenannte Luftvorhänge vorgesehen, bekannt beispielsweise aus großen Kaufhäusern. Diese sollen im Sommer das Entweichen der kalten beziehungsweise im Winter das Ausströmen warmer Luft aus dem Zug verhindern.

Zur besseren Kommunikation soll die schon mehrmals angekündigte App über Störungsfälle freigeschaltet werden. Ausgehend von der Annahme, dass Fahrgäste die BOB beziehungsweise den Meridian häufiger nutzen und aufs Auto verzichten, führt die App zu einer CO2-Ersparnis von 227 Tonnen pro Jahr. Zum Vergleich: Eine Autofahrt über 1000 Kilometer produziert etwa zwei Tonnen CO2. Derzeit, so Rosenbusch, kämpfe man noch mit einem Datenschutzproblem, bis zum 19. Juli soll die App laut Rosenbusch aber auf den Markt kommen. Ab Dezember ist diese auf dem gesamten Streckennetz der BOB ohne mobilen Datenverbrauch nutzbar, denn: „Bis dahin wollen wir in unseren Zügen Wlan anbieten.“

Über besagte App soll künftig auch der Online-Verkauf laufen, allerdings nur für den Nahverkehr. Dafür sollen dann auch Kombi-Angebote buchbar sein. „Beispielsweise vom Hauptbahnhof bis hoch auf den Wendelstein“, sagt Rosenbusch.

Um Fahrgäste vor Extremwetterlagen zu schützen, sollen an Bahnhöfen wettergeschützte Wartebereiche entstehen. Das Problem: Die Haltestellen gehören der Deutschen Bahn, die BOB kann hier lediglich als Mittler auftreten. Dennoch, unter der Annahme eines daraus resultierenden Kfz-Verzichts, wären so Einsparungen in Höhe von 60 Tonnen CO2 möglich.

Bastian Huber

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