Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund

Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund
Ein Herz für’s Holz: Kein Konkurrenzprodukt ist so klimafreundlich, sagen Experten vom „Cluster Forst und Holz“. fotolia

Klimaschützer Holzhaus

München - Bayern braucht mehr Holzhäuser. Das fordert die Initiative „Cluster Forst und Holz“. Der Rohstoff wäre im Freistaat reichlich vorhanden, sagen die Experten. Und die Klimabilanz eines Holzgebäudes würde die Energiewende unterstützen.

Deutschland in den Nachkriegsjahren: Fix soll dort Wohnraum entstehen, möglichst stabil, die Menschen haben das Bild von zerbombten Ruinen satt. Ein Haus nach dem anderen wird hochgezogen - selbstverständlich aus massiven Ziegeln, es soll ja nicht gleich wieder niederbrennen. Aus Holz sind nur die schlechten Gebäude, die Baracken. Holzhäuser haben lange keinen besonders guten Ruf. Diese Geschichte erzählt Gerd Wegener, Sprecher vom „Cluster Forst und Holz in Bayern“, um zu erklären, warum im Freistaat nicht viele Holzhäuser gebaut werden. Noch nicht. Denn die Initiative sieht in der aktuellen Energiedebatte gute Chancen für die Branche: „Bauen mit Holz ist aktiver Klimaschutz“, sagte Wegener bei einem Fachgespräch im Münchner Presseclub.

In Bayern sind derzeit 17 Prozent der Eigenheime aus Holz gebaut (2003 waren es noch 9 %), im sogenannten Objekt- und Gewerbebau sind es mit 19 % etwas mehr. Damit steht der Freistaat bundesweit gut da - im Vergleich zu den Holzbauquoten in Österreich (35 %), Skandinavien (50 %) und USA (80%) ist der Anteil aber gering. Holz genug wäre da, sagt Herbert Borchert, ebenfalls Mitglied des Clusters und Chef der Abteilung Holz an der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Die Holzvorräte in Bayern steigen, jährlich könnten knapp 21 Millionen Kubikmeter genützt werden - vor allem Privatwaldbesitzer müssten den Holzeinschlag aber erhöhen. Pro Minute werden im Freistaat etwa 61 Bäume gefällt. Das entspricht ungefähr 40 Kubikmetern - daraus kann ein Holzhaus entstehen. In diesem Zeitraum wachsen aber 60 Kubikmeter nach, so sagt der Professor für Forstliche Arbeitswissenschaft an der TU München, Walter Warkotsch.

Cluster-Sprecher Wegener preist die „einzigartige Energiebilanz“ von Holz. Die Produktionsenergie werde von der Sonne kostenlos geliefert - für die Produktion von Stahl oder Kunststoff aber seien fossile Brennstoffe nötig. In einem modernen Einfamilien-Holzhaus stecke umgerechnet so viel Kohlendioxid, wie der Besitzer in einem Zeitraum von 40 Jahren durch regelmäßiges Autofahren ausstößt. Wird das Haus abgerissen, könne das Holz verwertet werden - zur Energiegewinnung beispielsweise. Die Initiative fordert die Politik auf, die Holzbauweise vor allem bei öffentlichen Gebäuden verstärkt einzusetzen. „Das hat Vorbildcharakter“, sagt Wegener.

Die Experten betonen, dass der Wald unter einem erhöhten Einschlag nicht leiden würde, ein Raubbau fände nicht statt. „Ohne Holzernte gibt es keine gepflegten stabilen Wälder und keinen Rohstoff Holz“, sagt Warkotsch. Holz sägen heiße Wald pflegen.

Von Carina Lechner

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