+
Gustl Mollath

Anwalt legt Widerspruch ein

Klinik prüft Verlegung von Gustl Mollath

  • schließen

München/Bayreuth – Der in der Psychiatrie des Bezirkskrankenhauses Bayreuth einsitzende Gustl Mollath wehrt sich gegen eine mögliche Verlegung in eine andere Klinik.

„Wir prüfen die Möglichkeit einer Verlegung“, bestätigte Rudolf Burger, Direktor der Bezirksverwaltung Oberfranken, dem Münchner Merkur. Die Diskussion um den seit mehr als sechs Jahren wegen angeblicher Gemeingefährlichkeit einsitzenden Mollath habe zu „erheblichen Belastungen“ geführt – für den Leiter der Klinik, Klaus Leipziger, und für Mollath. „Der Maßregelvollzug ist nicht leichter geworden“, sagte Burger. „Der Gedanke der Verlegung drängt sich auf.“

Mollath war eingewiesen worden, weil er Schwarzgeldvorwürfe gegen seine Ex-Frau und deren damaligen Arbeitgeber, die HypoVereinsbank, erhoben hatte. Ein inzwischen bekannt gewordener Revisionsbericht der Bank bescheinigt Mollath aber, dass alle nachprüfbaren Anschuldigungen zutreffend gewesen seien. Die Staatsanwaltschaft prüft nun ein Wiederaufnahmeverfahren.

Mollaths Anwalt Gerhard Strate legte vorsorglich Widerspruch gegen eine Verlegung seines Mandanten ein. Ein zerüttetes Verhältnis zwischen Mollath und dem Klinikleiter rechtfertige keine Verlegung. „Es gibt auch andere Ärzte in diesem Krankenhaus“, sagte Strate unserer Zeitung. Auslöser der Verlegungspläne war unter anderem die Strafanzeige von Strate gegen Klinikleiter Leipziger wegen Freiheitsberaubung. Leipziger wollte sich nicht äußern. „Eine Verlegung wäre nicht eine Frage fehlenden Vertrauens, sondern der Schikane“, sagte Strate. Er verweist auf ein höchstrichterliches Urteil, das eine kurzfristige Verlegung von Häftlingen für unzulässig erklärt. Diese Entscheidung sei übertragbar.

Burger betonte, man werde die Verlegung „ergebnisoffen“ prüfen und Mollath anhören – „ob es Widerstand gibt oder nicht“. Er rechne mit einer kurzfristigen Entscheidung womöglich schon nächste Woche. Die Verlegung von Patienten sei „nicht außergewöhnlich“. Mit dem Bezirk Unterfranken habe es schon Gespräche gegeben. Aber auch eine Verlegung in andere Bezirke sei denkbar. Schließlich habe auch Oberfranken schon Patienten übernommen. „Das ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit."

Philipp Vetter

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Er rührte Tausende: Luca ist im Finale von „The Voice Kids“
Plattling - Mit „ganz vui Gfui“ in der Stimme begeistert der 14-jährige Luca aus Plattling Fans in ganz Deutschland. Bei der Sat.1-Casting-Show „The Voice Kids“ hat er …
Er rührte Tausende: Luca ist im Finale von „The Voice Kids“
Fernbus-Offensive beunruhigt die Bahn
Mit einer Offensive in den Ammergauer Alpen setzt der Fernbus-Riese Flixbus nicht zum ersten Mal die Deutsche Bahn unter Druck. Das Verkehrsministerium mahnt …
Fernbus-Offensive beunruhigt die Bahn
Hinter Kleinanzeige und Foto verbirgt sich rührende Geschichte
Eine Kleinanzeige, oft sind das nur zwei knappe Zeilen. Doch hinter ihnen verbirgt sich manch spannende Geschichte. Zum Beispiel die eines Teddys, aus dem ein Begleiter …
Hinter Kleinanzeige und Foto verbirgt sich rührende Geschichte
Sie studiert Sozialarbeit: Das wissen wir über Malina und den Fall 
Regensburg - Eine Woche ist es her, dass die 20-jährige Malina Klaar mit einer Freundin auf eine Regensburger Raveparty ging und seither verschwunden ist. Wir fassen den …
Sie studiert Sozialarbeit: Das wissen wir über Malina und den Fall 

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare