Konkrete Gestaltung unklar

Knackpunkte bei der G 9-Einführung - Das fordern Direktoren

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Die Entscheidung naht, der Zeitplan wird konkreter. Wohl in mehreren Gesprächsrunden mit Verbänden und der CSU-Fraktion soll in der Staatskanzlei die Rückkehr zum G 9 vorbereitet werden. 

München - Die Einladungen sind schon raus, erste Gespräche sind für den 2. März terminiert, Mitte des Monats dann soll die Entscheidung fix sein. Klar scheint, dass ein G 9 „von unten“ her aufwachsen soll, wie es Bildungsexperten formulieren. Das heißt: Wenn das G 9 wirklich schon zum Schuljahr 2017/18 eingeführt wird, dann wären die heutigen Viertklässler und künftigen Fünftklässler der erste G 9-Jahrgang. Die Sechstklässler übrigens wären dann der letzte G 8-Jahrgang. Wer dann sitzen bleibt, hätte gleich zwei Jahre mehr Schulzeit, weil er ins G 9 rutscht.

Doch das ist nur eines von mehreren Problemen. Ob Lehrplan, Schulbücher, Fremdsprachen-Erwerb oder Oberstufe – mit der Einführung des G 9 würden viele Gewissheiten ins Wanken geraten. So hat das Kultusministerium einen neuen „Lehrplan plus“ entwickelt, der ab dem kommenden Schuljahr für die 5. Klassen gelten soll und dann „von unten“ her aufwächst. Dieser Lehrplan, so hat Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) intern bekundet, soll grundsätzlich auch in einem G 9 gelten. Mehr Stoff wird es also nicht. Die Stoffverteilung müsste aber neu ermittelt, der Lehrplan von acht auf neun Jahre gedehnt werden. Schulbücher der „Lehrplan plus“-Generation, die gerade erst entstehen, blieben aber gültig.

Zweite Fremdsprache ab der sechsten oder siebten Jahrgangsstufe?

Noch offen ist, wann die zweite Fremdsprache künftig beginnen würde. Die Direktorenvereinigung hat sich in einer Klausurtagung Mitte Februar festgelegt: Sie wünscht sich einen Beginn wie gehabt in der sechsten Jahrgangsstufe. Es gibt auch andere Stimmen. So kursiert ein Papier der Jungen Union, in dem es heißt: „Möglichkeit, zweite Fremdsprache (wieder) erst ab Jahrgangsstufe 7 zu beginnen, ist denkbar“. Selbst unter Fachleuten sei die Meinung geteilt, sagt der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger.

Weniger einstündige Fächer - Aufwertung von Sozialkunde

Walter Baier von der Direktorenvereinigung verknüpft mit einem G 9 die Hoffnung auf die Umsetzung weiterer hehrer Ziele: Bis zur 9. Klasse dürfe es maximal 30 Schulstunden pro Woche geben – und keinen Nachmittagsunterricht. Auch wünschen sich die Gymnasialdirektoren eine „weitgehende Vermeidung von einstündigen Fächern“ wie Erdkunde, Musik und Kunst. Andere Fächer könnten aufgewertet werden – der SPD-Bildungsexperte Martin Güll etwa, der einen G 9-Masterplan vorgelegt hat, hält eine Stärkung von Sozialkunde im Sinne einer Demokratie-Erziehung für sinnvoll. Das Fach könnte künftig schon in der 8. Klasse Pflicht sein. Umstritten ist, ob angesichts dieser Forderungen auch noch die Kernfächer (nur drei Stunden Mathe in der 8. Klasse!) in der Mittelstufe gestärkt werden können.

Die neue Oberstufe: Naturwissenschaften stärken

Noch etwas Zeit ist, eine neue Oberstufe, also die 12. und 13. Jahrgangsstufe, zu konzipieren. Die Stärkung der Naturwissenschaften ist ein Thema. Es mehren sich auch die Stimmen, die eine Rückkehr zu den alten Leistungskursen wünschen – ein „Schwerpunktfach“ fordern etwa die Autoren des JU-Papiers. Es würde dann bei einem Fünf-Fächer-Abitur mehr zählen als die anderen vier Prüffächer.

Lesen Sie hier in unserem Kommentar, warum die Rückkehr zum G9 richtig ist.

Rubriklistenbild: © fkn

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