Allzweckwaffe der Freien Wähler: Hubert Aiwanger.

Gillamoos: „Komm rüber, Du altes Schlachtross“

Abensberg – Schlagabtausch auf dem Gillamoos-Volksfest: Hubert Aiwanger kritisiert den Euro-Kurs von Angela Merkel, kann sich aber eine Koalition mit der CSU vorstellen.

In anderen Parteien lautet jedes Jahr die spannende Frage: Wer spricht diesmal auf dem Gillamoos? Bei den Freien Wählern ist da die Auswahl überschaubar. Schließlich entschied man sich – völlig überraschend – für Hubert Aiwanger.

Doch der Bundesvorsitzende, Landesvorsitzende und Fraktionsvorsitzende zieht immer. Das Zelt zumindest ist voller als bei der grünen oder gelben Konkurrenz. Dabei gibt es nichts Überraschendes zu hören: Aiwanger ist noch immer kein Freund der Euro-Rettung. Seine Partei, die ja eigentlich keine Partei sein will, bezeichnet er als die einzig wahre Alternative bei der Bundestagswahl. „Ich möchte der Kanzlerin zurufen: Komm rüber, Du altes Schlachtross, hier ist die Alternative.“ Die Freien Wähler seien die einzige Kraft, die etwas Neues zu sagen hätten. „Wenn man unseren Mitbewerbern die Hand reicht, muss man hinterher die Finger zählen, ob noch alle da sind.“

Bilder: Schlagabtausch auf dem Gillamoos

Bilder: Schlagabtausch auf dem Gillamoos

Der Bundesvorsitzende der Freien Wähler kritisiert vor allem den „Rettungsschirm-Wahnsinn“, Angela Merkel sei eine „Milliardenmutti“. „Dabei beißen den letzten die Hunde. Und die letzten sind die Kommunen.“ Die Banken sollten endlich Risikoversicherungen abschließen. „Wenn ich mit Tempo 100 auf einen Baum zurase, habe ich die Alternative abzubremsen oder das Hindernis zu umfahren.“

Das alte Schlachtross kommt übrigens nicht rüber, sondern zieht am FW-Zelt auf dem Gillamoos vorbei. Da hilft’s auch nichts, wenn Aiwanger das mit der „Alternative“ nicht so eng sieht und sich der CSU als potenzieller Koalitionspartner andient. Er könne sich eine Regierung sowohl mit der SPD als auch mit der CSU vorstellen. „Wenn aber beide Seiten nicht wollen, sollen sie miteinander regieren.“

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