Motorrad-Unfälle

Kommentar: Alltäglicher Irrsinn auf Bayerns Straßen

München - Fünf Menschen haben am Wochenende ihr Leben auf Bayerns Straßen verloren, einige wurden bei Unfällen schwer verletzt. Häufig beteiligt: unvernünftige Motorradfahrer. Ein Kommentar von Dirk Walter.

Am Wochenende selbst erlebt: Ein Motorradfahrer mit Tölzer Nummernschild überholt waghalsig auf der Bundesstraße, geschätzt mit Tempo 150 km/h. Zwei Minuten später sieht man ihn dann auf der Fahrbahn liegend, am Straßenrand eine Radfahrerin, die er von der Straße gefegt hat. Ein furchtbarer Unfall, wir hoffen, dass beide überleben. Auch wenn die Schuldfrage im vorliegenden Fall juristisch noch geklärt werden muss, so ist die Beteiligung des Motorradfahrers an diesem schrecklichen Unfall sicher kein Zufall. Denn solche Dramen auf Bayerns Straßen wiederholen sich leider Woche für Woche.

An dieser Stelle soll nicht der Stab über die Motorradfahrer gebrochen werden. Es gibt hier viele vernünftige, doch leider auch überdurchschnittlich viele unvernünftige Zeitgenossen. Wer das bestreitet, der sollte mit Polizisten nur einmal über Kesselberg und Sudelfeld sprechen, die Paradestrecken der Motorrad-Raser. Beweis Nummer 2: die Statistik. 2015 war jeder fünfte Unfalltote in Bayern ein Motorradfahrer. Während die Zahl der Toten im Straßenverkehr insgesamt im Vergleich zum Vorjahr leicht sank, war es bei den Motorradfahrer umgekehrt: Hier stieg die Todeszahl um zehn Prozent. Was hilft? Wohl leider nur mehr Kontrollen und Strafen (sofern das die an den Wochenenden unterbesetzte Polizei leisten kann). Der Appell an die Vernunft dürfte in den Wind gesprochen sein.

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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