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Claudia Möllers, Leiterin der Bayernredaktion des Münchner Merkur.

Kommentar

Domberg-Umbau zu teuer: Erzbistum muss zurückrudern

Die Kostenexplosion beim Umbau auf dem Freisinger Domberg kommentiert Claudia Möllers, Leiterin der Bayernredaktion des Münchner Merkur.

Wer zu hoch fliegt, der kann unsanft landen. Die Pläne für den Neubau des Bildungshauses auf dem Freisinger Domberg waren prächtig. Ein transparentes Haus mit viel Glas, modern, mit 150 Gästezimmern – und von einem renommierten Architektenbüro aus Berlin entworfen.

Doch jetzt muss das Ordinariat kleinlaut zurückrudern. Die Kosten explodieren derart, dass man selbst im reichen Erzbistum München und Freising erkennt: Eine so hohe Investition kann man gegenüber den Gläubigen und den Pfarrgemeinden nicht vertreten. In Pfarreien muss gespart werden und auf dem Domberg glänzt ein Prachtbau – das wäre ein Sündenfall.

Die Entscheider an der Bistumsspitze haben sich womöglich blenden lassen von einem extravaganten Entwurf einer weltweit agierenden Architektensozietät, die auch am Berliner Pannen-Flughafen BER (!) mitgemischt hat. Dass Kardinal Reinhard Marx und Generalvikar Peter Beer jetzt auf die Bremse treten und die Bildungshauspläne stoppen, ist nur folgerichtig. In Zeiten, in denen die katholische Kirche angesichts der turbulenten Debatten über Missbrauch und Glaubwürdigkeit allen Grund hat, bescheiden aufzutreten, sind trotz des teilweisen Baustopps die Gesamtkosten für die Sanierung von über 200 Millionen Euro schwer vermittelbar. Die Domberg-Pläne können noch zu einer schweren Belastung werden.

Sie erreichen die Autorin unter Claudia.Moellers@merkur.de

Lesen Sie dazu: Kosten auf dem Domberg explodieren: Erzdiözese stoppt Projekt zum Kardinal-Döpfner-Haus

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