Zugunglück 

Kommentar: Ein Jahr nach Bad Aibling - Unwürdiger Umgang

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Auch ein Jahr nach dem Zugunglück von Bad Aibling kämpfen die Opfer und die Hinterbliebenen noch mit den Folgen. Die Deutsche Bahn ist ihnen dabei keine große Hilfe. Ein Kommentar.

Heute vor einem Jahr prallten bei Bad Aibling zwei Meridian-Züge frontal zusammen, zwölf Menschen starben. Bei denjenigen, die nicht unmittelbar betroffen waren, verblasst die Erinnerung an den Faschingsdienstag 2016 nach und nach. Nicht aber bei Verletzten und Hinterbliebenen.

Viele von ihnen leiden bis heute an den Folgen. Die für das Schienennetz verantwortliche Deutsche Bahn ist ihnen dabei keine große Hilfe. Opfer und ihre Rechtsanwälte beklagen, dass sich der Konzern wegduckt, Gespräche verweigert, schweigt. Kontakt gibt es nur zum Haftpflichtversicherer der Bayerischen Oberlandbahn. Statt mit dem Unglück abschließen zu können, streiten viele Betroffene noch ein Jahr danach über jeden Euro mit der Versicherung. Dass Opfer und Hinterbliebene sogar nachweisen sollen, wie lange der Todeskampf der Angehörigen gedauert hat oder ob sie nicht schon vor dem Unfall psychische Probleme gehabt haben, ist eine kaum zu ertragende Zumutung.

Selbst wenn die Bahn keine Schuld an dem Unglück trägt – eine Frage, die möglicherweise noch die Gerichte beschäftigen wird – so sollte der Konzern doch alles in seiner Macht stehende tun, um den Opfern den Weg zurück in ein geregeltes Leben so leicht wie möglich zu machen.

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