Schulreform ist beschlossen

Kommentar: Endlich G9

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Es ist vollbracht. Die CSU hat ein Einsehen und schenkt Eltern und Schülern zu Ostern ein Jahr mehr Gymnasium. Es wurde auch Zeit. Ein Kommentar von Dirk Walter.

Diese Reform hat viele Väter (und Mütter): die Eltern, die Verbände, die Opposition, vielleicht auch die Medien. Am allerwenigsten hat dazu kurioserweise die CSU-Fraktion beigetragen, die die Reform ja doch nach vielen überflüssigen Blockadeaktionen beschlossen hat. Damit keine falsche Legendenbildung aufkommt, ein Hinweis zur Urheberschaft: Vor lauter Widerspenstigkeit haben es die CSU-Abgeordneten versäumt, zur Gymnasialreform eigene Ideen beizusteuern. Stattdessen wurde eine Blaupause des Ministeriums durchgewunken und die Reform mit mehr Lehrerstellen auch für andere Schularten nach dem Gießkannenprinzip abgepolstert. Das neue G9 aber ist das Werk des Kultusministers, das muss man konzedieren.

Diese Blaupause wird man feinjustieren müssen – etwa bei den G8-Überholern, von denen es künftig nur eine Handvoll geben wird (wer macht schon freiwillig Zusatzstunden in den Kernfächern am Nachmittag?). Auch die Gestaltung der 11. Klasse wirkt noch etwas dünn. Das viel beschworene Auslandsjahr schließlich werden am Ende vielleicht zehn Prozent der Schüler wirklich machen. Im Ganzen aber ist das Konzept des G9 endlich einmal aus einem Guss und kein Flickwerk, wie es in der Schulpolitik leider oft üblich ist. Das neue G9 könnte für längere Zeit halten – wenn auch sicher nicht 25 Jahre, wie es Minister Spaenle hoffnungsvoll verkündet hat. 

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