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Dominik Göttler.

Das Urteil zum Zugunglück Bad Aibling

Kommentar: Fahrdienstleiter verurteilt - und die Deutsche Bahn?

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München - Der Fahrdienstleiter, der für das Zugunglück von Bad Aibling verantwortlich ist, muss in Haft. Doch auch die Deutsche Bahn muss Verantwortung übernehmen. Ein Kommentar.

Dreieinhalb Jahre muss Fahrdienstleiter Michael P. ins Gefängnis. Nach Ansicht des Gerichts trägt er die alleinige Schuld an dem Unglück. Abgelenkt von einem Handyspiel hat er fatale Fehler begangen, die zu einem der schwersten Zugunglücke der bayerischen Geschichte geführt haben – und damit zum Tod von zwölf Menschen. Dafür muss er die Verantwortung übernehmen. Den Angehörigen und Opfern des Unglücks wird dieses Urteil nur bedingt helfen, sie müssen mit dem Verlust und den Schmerzen vom Faschingsdienstag leben. Daran kann ein noch so hohes Strafmaß nichts ändern.

Die Deutsche Bahn ist strafrechtlich nicht verantwortlich. Aber sie muss sich trotzdem Fragen nach einer Mithaftung gefallen lassen, die womöglich auch in weiteren Zivilprozessen zur Sprache kommen werden. Alte Signaltechnik auf der nur eingleisigen Strecke, ein verwirrendes Notrufsystem und widersprüchliche Dienstvorschriften werfen kein gutes Licht auf den Konzern, kritisierten Sachverständige und Mitarbeiter im Prozess. Der Ruf nach einer technischen Modernisierung, die auch menschliche Fehler ausbügeln kann, ist nicht nur unter den Nebenklägern laut geworden.

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