Versöhnung der Kirchen

Kommentar: Gemeinsam zur Einheit

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Die beiden großen christlichen Kirchen wollen künftig noch mehr zusammenarbeiten. In einem Land, in dem die Christen zur Minderheit zu werden drohen, ist das auch dringend erforderlich. 

Die Christen bekommt man nicht mehr auseinander. Dieses Signal geht von Hildesheim aus, wo am Wochenende der zentrale Versöhnungsgottesdienst von evangelischen und katholischen Gläubigen stattfand. 500 Jahre, nachdem Martin Luther mit seinen 99 Thesen gegen den Ablasshandel die Reformation ausgelöst hatte, betonen die beiden großen christlichen Kirchen den Willen, künftig noch stärker miteinander für den Glauben und das Heil der Menschen einzutreten. Nach tiefen gegenseitigen Verletzungen bis in die jüngste Vergangenheit – noch im Jahr 2000 hatte der Präfekt der Glaubenskongregation, der spätere Papst Benedikt XVI., den evangelischen Christen das Kirchesein abgesprochen – reichen sich Luthers Erben und die Vertreter der römisch-katholischen Kirche die Hand zur Versöhnung.

Dass sich etwas verändert, hat auch mit den beiden Protagonisten an der Spitze in Deutschland zu tun. Den EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm und den Münchner Kardinal Reinhard Marx verbindet eine tiefe persönliche Wertschätzung. Beide wissen: In einem Land, in dem Christen zur Minderheit zu werden drohen, müssen die Kirchen zusammenhalten und die christlichen Werte offensiv vertreten. Es gibt noch viel zu tun, bis gemeinsam Abendmahl gefeiert werden kann. Aber jetzt geht man gemeinsam in Richtung Einheit und nicht mehr getrennt.

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