Tierquälerei an Schlachthöfen

Kommentar: Schleppender Vollzug

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Der Fall des Fürstenfeldbrucker Schlachthofs zeigt: Das Kontrollsystem hat einmal mehr versagt.

Erst die möglicherweise illegal entstandenen Aufnahmen von Tierschützern haben die Verstöße offengelegt – und nun sogar zur Auflösung des Betriebs geführt.

Immer wieder wird in bayerischen Schlachthöfen vor allem gegen die Betäubungsvorschriften verstoßen. Ob die deshalb vom Verbraucherministerium angekündigte zentrale Kontrollbehörde die Probleme löst, bleibt aber fraglich. Denn der Fehler liegt häufig nicht im Erkennen der Missstände – sondern in der Sanktion. Hier sind die Kreisverwaltungsbehörden vor Ort zuständig. Und die bewegen sich bei den Strafen oft am unteren Ende des Ermessensspielraums. Das tut den Betrieben nicht weh – im Gegensatz zu öffentlichkeitswirksamen Schockbildern. Dabei sollte die Kontrolle doch eigentlich Aufgabe der Behörden sein und nicht der teilweise radikalen Tierschützer.

Schade ist freilich, dass es im aktuellen Fall einen kleinen, regionalen Schlachthof trifft. Denn dem Tierwohl ist sicher nicht gedient, wenn künftig noch mehr Tiere unter höchstem Stress in weit entfernte Großschlachtereien transportiert werden müssen

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