Dirk Walter

Gewalt gegen Lehrer

Kommentar: Schlimm genug

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„Achtung Klassenzimmer – Betreten auf eigene Gefahr“ – sind die Zustände an unseren Schulen schon so alarmierend, dass solche Warnhinweise gerechtfertigt wären? Ein Kommentar.

Fast könnte diesen Eindruck gewinnen, wer die Warnhinweise des Lehrerverbands BLLV gestern las. Demnach nimmt Gewalt gegen Lehrer zu – vor allem psychische Aggressionen wie Mobbing und Diffamierung, aber auch körperliche Gewalt. An dem Befund gibt es wenig zu deuteln: Lehrer stehen hier wohl stellvertretend für die generelle Zunahme von Gewalt in der Gesellschaft, die ja auch andere Zielgruppen, Polizisten und Rettungskräfte etwa, leider zu spüren bekommen.

Der Lehrerverband hat sich allerdings dazu verleiten lassen, auf der Basis dürrer Daten – einer Umfrage unter 500 Lehrern – die Sachlage zuzuspitzen. Angeblich sind demnach bisher 3800 Lehrer in Bayern sogar Opfer von körperlicher Gewalt geworden – eine Zahl, die nicht solide recherchiert ist. Jeder Fall von Gewalt gegen Lehrer, egal ob psychisch oder gar körperlich, ist schlimm genug. Er gehört geächtet und sollte in Schulen und in Elternversammlungen zum Thema gemacht werden. Eine zusätzliche Dramatisierung ist nicht notwendig.

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