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Marcus Mäckler

Kommentar

Ski-Schaukel am Riedberger Horn: Ein zu großes Opfer

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München - Die CSU-Staatsregierung hat den Willen Weniger mal wieder zum unumstößlichen Bürgerwillen erklärt. Dabei wäre es ihre Aufgabe, ein Konzept zur ökologisch verträglichen Nutzung der Alpen zu erarbeiten. 

Klares Votum, war ja klar. Niemand hat daran gezweifelt, dass die Bürger von Balderschwang und Obermaiselstein für die Ski-Schaukel am Riedberger Horn stimmen würden. Das war ihr gutes Recht. Aber was daraus folgen könnte, ist völlig absurd: 560 Wahlberechtigte haben mit Ja gestimmt, 560! Die CSU-Staatsregierung, die den Willen Weniger mal wieder zum unumstößlichen Bürgerwillen erklärt hat, will auf Basis dieser Promille-Zahl den Alpenplan und internationales Recht aushöhlen. Wie fahrlässig.

Es stimmt einfach nicht, dass dieses Projekt nur eine Sache der Bürger in den zwei Gemeinden ist. Die These vom Domino-Effekt ist plausibel – wenn der strikte Alpenplan eine Ausnahme zulässt, warum dann nicht noch eine und noch eine? Die Staatsregierung ist bereit, ein bewährtes Schutz-Konzept zu opfern, damit das Riedberger Horn mit den Skigebieten in Österreich konkurrieren kann. Als wäre der Zug nicht schon längst abgefahren.

Man kann den Allgäuern ihre Entscheidung nicht verübeln. Sie hängen vom Tourismus ab – über diesen Tellerrand hinauszublicken, wäre Aufgabe der Staatsregierung. Sie tut es nicht, weil sie kein Konzept zur ökologisch verträglichen Nutzung der Alpen hat. Bleibt zu hoffen, dass die Umweltschützer mit ihrer Klage Erfolg haben.

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