Claudia Möllers, Leiterin Bayern-Redaktion.

Schutz mit Augenmaß

Kommentar: Strengere Regeln fürs Düngen

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Bayern will das Grundwasser besser vor Nitrat schützen und verschärft die Düngeverordnung. Nur mit freiwilliger Selbstverpflichtung der Bauern geht es nicht. Aber bei den Regelungen ist auch Augenmaß angebracht. 

Als der Bund die neue Düngeverordnung vorgelegt hatte, schwante den Landwirten nichts Gutes. Sie wissen seitdem, dass sich die Regelungen für die Ausbringung von Dünger auch in Bayern verschärfen werden. Denn das hohe Gut Wasser benötigt den größtmöglichen Schutz.

Ein Blick ins benachbarte Italien beweist derzeit, wie sehr alles vom Wasser abhängt und wie groß die Not ist, wenn das kostbare Nass auf einmal knapp wird. In Italien sind es unter anderem die Trockenheit und die maroden Leitungen, die Land und Leute vor große Probleme stellen. Diese Sorgen haben wir gottlob nicht. Trotzdem muss dringend vorgesorgt werden, damit das Grundwasser die gute Qualität behält, die die Menschen im größten Teil Oberbayerns gewohnt sind. Dass man seinen Durst mit einem Schluck aus dem Wasserhahn löschen kann in dem beruhigenden Wissen: es schmeckt nicht nur, sondern ist auch von bester Qualität.

Man kann die Bauern verstehen, die lieber auf freiwillige Selbstverpflichtungen setzen. Bürokratische Hemmnisse und Einschränkungen bei der Bewirtschaftung des eigenen Hab und Gut tun weh. Trotzdem werden sich die Landwirte in Zukunft wohl auf schärfere Regelungen einstellen müssen. Auch bei der Agrarreform 2020, bei der die EU-Subventionen ohne Großbritannien neu verteilt werden, kommen auf die Bauern sicher neue Vorschriften im Hinblick auf Umweltschutz und Tierwohl zu. Wie immer gilt es, das richtige Augenmaß zu finden. Sauberes Wasser jedenfalls brauchen wir alle: Mensch, Tier, Pflanze – und das auch für die kommenden Generationen.

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