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Katrin Woitsch

Urteil gefallen

Kommentar: Schleuserprozess - auch Helfer sind Verbrecher

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Drei Schleuser mussten sich in Traunstein vor dem Landesgericht verantworten. Sie sind schuld an dem Tod von 13 Flüchtlingen, das Urteil wurde heute verkündet. MM-Redakteurin Katrin Woitsch kommentiert.

Es war keine leichte Aufgabe für das Traunsteiner Schwurgericht: Auf der Anklagebank drei Männer, die kein Deutsch sprechen und selbst mit Übersetzer nicht genau zu verstehen scheinen, was  der Richter von ihnen wissen will. Dazu hochemotionale Zeugenaussagen von Menschen, die ihre Familien im Mittelmeer verloren haben, und Ermittlungen in einem Land, in dem die Behörden nicht sehr kooperativ arbeiten. Es war ein Prozess der einsilbigen und widersprüchlichen Aussagen. Und es war von Anfang an klar, dass es unmöglich wird, in einem Gerichtssaal in Bayern vollständig zu klären, wie die Schleuser tagtäglich an der Mittelmeerküste ihr Geschäft mit den Flüchtlingen machen.

Selbst das milde Urteil ist aber ein wichtiges Signal. Die drei Männer sind während oder nach ihrer Flucht mindestens zu Helfern der skrupellosen Verbrecherbanden geworden. Sie haben sich damit auf die Seite derer gestellt, die für den Tod hunderttausender Menschen verantwortlich sind. Die eigene Verzweiflung rechtfertigt das kein bisschen. Mit den drei Freiheitsstrafen hat das Gericht klargemacht, dass auch Handlanger dieser kriminellen Banden Verbrecher sind und bestraft werden.

Der Prozess hat aber auch gezeigt, wie schwer es für Justiz und Polizei ist, an die Köpfe der Banden zu kommen, die nur unter Spitznamen und im Hintergrund agieren. Das kann nur gelingen, wenn die Ermittlungsbehörden ihre internationale Zusammenarbeit stärker ausbauen. Solange wird das Sterben im Mittelmeer weitergehen.

Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht zu dem Fall.

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