Durch Wasserwalze gespült: Junger Mann stirbt in der Isar

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Hans Well ist Musiker und Kabarettist; er wurde bekannt als Mitglied und Texter der „Biermösl Blosn“. Heute tritt er mit seinen erwachsenen Kindern unter dem Namen „Wellbappn“ auf.

Hans Well über die Reform beim Bayerischen Rundfunk

Kommentar: Das Volksmusik-Aus auf Bayern 1 ist diskriminierend

München - "Der BR verbannt die Volksmusik zu Recht ins Digitalradio" - dieser These widerspricht Gastkommentator Hans Well und bemängelt die Fixierung des BR auf Quoten und junge Hörer.

Für den BR kommt es momentan knüppeldick: Ein Schuldenloch von 101 Millionen! Dabei klingelt die Auswirkung dieser Schuldenlast dem Sender schon länger in den Ohren: Bald kann die abendliche Volksmusiksendung auf B 1 nur mehr digital empfangen werden. 2017 tönt dann auch Bayern 4 Klassik aus dem Digital-Ghetto – sehr zur Freude der Radioindustrie, aber zum Leidwesen vieler Hörer. Gegen diese Ausweisung aus der analogen Volksmusikwelt ins digitale Bayern Heimat-„Reservat“ laufen Teile der Kundschaft seit Monaten Sturm.

Begründet wird die Reform vom Hörfunkdirektor Martin Wagner mit sinkenden Einschaltquoten aufgrund des demographischen Wandels sowie gestörter Durchhörbarkeit des Pop und Rockprogramms, was sich auf die Werbekundschaft auswirke. Nun, die Begründung mit einer wegsterbenden Hörerschaft klingt nicht nur, sie ist diskriminierend. Und Durchhörbarkeit bedeutet Langeweile und Eintönigkeit, die auf B3, Antenne & Co. bereits bestens vertreten ist.

Mit B1 verbinden viele bayerische Hörer was anderes. Nach Wagners Wunschprofil soll das ein Programm „mit Inhalten aus ganz Bayern, einem Bayernmagazin und Regionalsendungen“ sein. Leider findet sich im Musikprogramm davon bald nix mehr, denn Bayerische Volksmusik zwischen 19 und 20 Uhr stört Wagner als „Formatbruch“ zu Pop und Rock, um mehr Hörer zu erreichen. Eine Fixierung auf Quoten und junge Hörer, welche die Legitimation eines Gebührensenders mit Unterhaltungs- und Bildungsauftrag nicht gerade stärkt.

Stammhörer bekommen den digitalen Fußtritt

Permanente Volksmusik nervt genauso wie ewiges Popgedudel. Jeden Tag Schweinsbraten, schrieb ein Leser dieser Zeitung, schmeckt fad. Stimmt! Abwechslung belebt! Zugegeben, auch mir ist rein traditionelle Volksmusik oft zu verstaubt. Dass aber treue Stammhörer den digitalen Fußtritt erhalten und sich gefälligst ein Digitalradio kaufen sollen, um im Bayerischen Rundfunk traditionelle bayerische Musik zu hören, ist arrogant. Bekanntlich lässt sich auf gängigen Autoradios kaum digital empfangen – Hörer sollen sich also zum Digitalradio daheim ein Autoradio anschaffen.

Intendant Ulrich Wilhelm verkauft angesichts der Hörerproteste die digitale Einschränkung dreist als Erweiterung des Angebotes. Das sieht die überwiegende Zahl seiner Kundschaft anders. Sie pfeift auf das Lippenbekenntnis des Intendanten, „der BR muss seine Identität als Bayerischer Sender bewahren“, wenn er diese musikalische Identität digital verschlüsselt.

Volksmusik ist Bestandteil bayerischer Leitkultur

Volksmusikalische Vielfalt ist um Welten charakteristischer für Bayern als das zunehmend auch in Bayern für Volksmusik gehaltene volkstümliche Fastfood. Mit der Abschiebung ins Digitaleum würde dieser Unterschied weiter verwischt werden, ein unwiederbringlicher Kulturverlust. Volksmusik ist Bestandteil bayerischer Leitkultur. Ihre Präsenz zu stärken statt zu schwächen müsste Gebot eines bayerischen Rundfunks sein. Also, lieber Rundfunkrat, bitte aufwachen! Und regiert nicht die Partei des Volkskoalitionärs Horst im Rat seit jeher kräftig mit?

Der Schatz Bayerischer Volksmusik war und ist auch für mich Voraussetzung, Volkslieder mit zeitgemäßen Inhalten zu schreiben. Wer Volksmusik hören will, muss sie trotz des Schuldenbergs weiterhin analog empfangen können. Viele Hörer legen sich kein Digitalradio zu. Warum auch? Es gibt ja Volksmusiksendungen, die man analog hören kann. Dann hilft dem BR der ganze Werbeschmarrn nix, weil ein Teil der Hörer sagt: Jetz pfeif’ i auf Bayern1 und duas obischwoam – I bin a Volksmusi Hörer – und bei Radio Salzburg bin i dahoam!

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