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Kleiner Waffenschein: Brenzlige Scheinsicherheit

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München - Der kleine Waffenschein boomt in Bayern, viele Bürger wollen sich ein Stück vermeintliche Sicherheit kaufen. Ein Trugschluss, sagt unser Autor. Ein Kommentar von Stefan Sessler.

Die Browning GPDA9 Schreckschuss-Pistole hat einen goldenen Lauf, neun Schuss, 9 mm und eine ausgezeichnete Handlage, so schreibt es der Hersteller. Preis: 165 Euro. Sie würde die Hand jedes Bond-Bösewichts schmücken, aber sie ist für jedermann erhältlich. Man braucht nur einen Kleinen Waffenschein, den man problemlos in jedem Landratsamt bekommt. Es gibt kaum eine Waffe, die es nicht als Schreckschuss-Nachbau gibt. Luger, Heckler & Koch, Maschinenpistole – was das Herz begehrt.

Das ist nichts Neues; neu ist, dass die Nachfrage nach dem Kleinen Waffenschein, mit dem man diese Waffen ganz legal bei sich tragen darf, gerade im ganzen Land in die Höhe schießt. Terrorgefahr, diffuse Ängste, auch vor Flüchtlingen – viele Menschen reagieren darauf, indem sie sich „Anscheinswaffen“ zulegen. Eine bedenkliche Entwicklung. Waffenläden verdienen zwar gutes Geld damit, aber sinnvoll findet die Teile kein Waffenexperte. Zur Selbstverteidigung sind sie ungeeignet. Die Polizei sorgt sich, dass es in Extremfällen zu Verwechslungen kommt. Erst kürzlich kam es in Augsburg zu einen Polizei-Einsatz. Jugendliche hatten mit echt aussehenden Imitaten Krieg gespielt.

Diese Waffen, so einfach ist es, nutzen nichts. Im besten Fall sorgen sie für Scheinsicherheit, im schlechtesten sind sie eine Gefahr. Wer Angst hat, soll sich Pfefferspray kaufen, aber Finger weg von diesen unmöglichen Waffen. Denn ein Land, in dem immer mehr Bürger mit Schreckschuss-Pistolen rumlaufen, ist bestimmt kein sichereres Land.

Rubriklistenbild: © Klaus Haag

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