Rätselraten um Unfallursache

Kommentar zum Zugunglück: Bayern unter Schock

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Es ist eines der größten Zugunglücke in Bayern und auf der Suche nach der Ursache bleiben noch mehr Fragen als Antworten. Ein Kommentar von Bettina Bäumlisberger. 

Es ist ein schrecklicher Unfall und eines der größten Zugunglücke in Bayern der letzten Jahrzehnte. Zwei Regionalzüge prallen bei Bad Aibling in kurvigem Gelände frontal aufeinander. Auf dem Weg zur Arbeit oder ins Faschingstreiben werden zehn Menschen mitten aus dem Leben gerissen, zahlreiche werden zum Teil schwer verletzt. Ihnen und den Angehörigen gelten unser tiefes Mitgefühl. Bayern steht unter Schock. Da ist es nur folgerichtig, dass die Parteien ihre Veranstaltungen zum politischen Aschermittwoch abgesagt haben.

Auf der Suche nach Erklärungen für diese Katastrophe bleiben mehr Fragen als Antworten. In den Fokus gerät zunächst die Technik, die offenbar nicht verhindern konnte, dass zwei Züge ins Verderben rasten. Gerade auf der eingleisigen Mangfalltalbahn war ein Magnet-Bremssystem installiert, das wenigstens einen der Züge automatisch stoppen sollte. Warum dies nicht geschah, konnte bislang niemand erläutern. Bei Zugkollisionen der vergangenen Jahre führte meist eine Kombination aus technischem und menschlichem Versagen zu den dramatischen Unfällen.

Trotz der Tragik dieses Ereignisses: Bahnfahren gilt als relativ sicher

So tragisch dieses Ereignis ist, Bahnfahren gilt als relativ sicher, schwere Unfälle sind vergleichsweise selten, auch auf eingleisigen Strecken. Dennoch werden Bahnprojekte, vor allem solche außerhalb der großen Zentren, von den Verkehrsministerien immer wieder stiefmütterlich behandelt. Die Umsetzung von Neubauten oder Modernisierungsmaßnahmen an Strecken jenseits der großen Routen dauern Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Allerneueste Techniken sind oft den Hauptstrecken vorbehalten. Ohne der Ursachenforschung für das aktuelle Unglück vorgreifen zu wollen: Die Frage ist, ob die Sicherheitsstandards auf Nebenstrecken ausreichen, ob genug für die Sicherheit der Passagiere getan wird. Politik muss bereit sein, in moderne Systeme zu investieren. Sicherheit kostet! Aber sie darf im härter werdenden Wettbewerb um Fahrgäste nicht auf der Strecke bleiben. 

Wie diverse Medien berichten, soll menschliches Versagen zu dem Unglück geführt haben

In unserem Live-Ticker können Sie die aktuellen Entwicklungen nach dem Zugunglück von Bad Aibling verfolgen. Lesen Sie hier nach, was am Mittwoch nach dem Zugunglück von Bad Aibling passiert ist.

Rubriklistenbild: © Haag

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