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Merkur-Redakteurin Claudia Möllers

Kommentar

Skandal-Eier: Verseuchte Schnäppchen

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Die Aufregung ist groß über den neuen Lebensmittel-Skandal. Strengere Kontrollen sind sicher notwendig. Aber auch die Verbraucher müssen endlich ihr Kaufverhalten überprüfen: Wer nur Billigware will, leistet dem Betrug Vorschub. Ein Kommentar von Merkur-Redakteurin Claudia Möllers.

Jetzt ist der Aufschrei wieder groß. Natürlich. Verseuchte Eier auf dem Frühstückstisch? Ekelhaft und besorgniserregend. Wieder mal ein Lebensmittelskandal und wieder die altbekannten Reflexe: Vorwürfe gegen Massentierhaltung, gegen mangelhafte Kontrollen, gegen zu spät reagierende Behörden.

Es ist richtig, man müsste die Produktion von Lebensmitteln noch viel stärker kontrollieren. Aber dafür würden sehr viel mehr Kontrolleure benötigt, als es derzeit gibt. Allerdings werden so die vielen unbescholtenen Lebensmittelproduzenten – in erster Linie rechtschaffene Bauern – unter Generalverdacht gestellt. Denn nicht sie sind die Schuldigen, sondern es sind ekelhafte Verbrecher, die ohne Rücksicht auf die Gesundheit ahnungsloser Verbraucher ihre schmutzigen Geschäfte machen. Und sie sind auch dafür verantwortlich, dass das Misstrauen gegenüber der gesamten Lebensmittelproduktion wächst. Das ist traurig und bitter. Konsequentere Kontrollen könnten das Vertrauen wieder stärken – doch das wird richtig teuer.

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass auch der Verbraucher seinen Anteil hat an Lebensmittel-Skandalen. Weil ihm Schnitzel, Milch und Joghurt gar nicht billig genug sein können. Wer sich so ernährt, obwohl er sich nachhaltige und qualitativ hochwertige Nahrungsmittel leisten kann, leistet dem Betrug Vorschub. Wenn Aldi jetzt aber den Verkauf von Eiern vorerst stoppt, ist das eine überzogene Reaktion. Wer nach regional erzeugten Eiern greift, dürfte nach bisherigen Erkenntnissen auf der sicheren Seite sein.

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