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Merkur-Redakteurin Katrin Woitsch.

Ermittlungspanne um Böhnhardts DNA

Kommentar zum Fall Peggy: Unverzeihliches Versagen

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München - Die falsche Spur vom Fall Peggy zum NSU ist nur mit Schlamperei der Ermittler zu erklären. Es ist nicht die erste unverzeihliche Panne, meint Merkur-Redakteurin Katrin Woitsch.

Im Mai ist es 16 Jahre her, dass die neunjährige Peggy aus Lichtenberg spurlos verschwand. Seit 16 Jahren muss ihre Familie unendlich leiden. Mit jeder falschen Fährte, jeder ergebnislosen Grabung, mit jedem Ermittlungsfehler. Und das waren in diesem Fall einige. Erst wurde nach einem widersprüchlichen Geständnis ein geistig behinderter Mann verurteilt – und dann nach neun Jahren wieder freigelassen. Die Spur zu einem polizeibekannten Missbrauchstäter wurde dafür jahrelang gar nicht verfolgt. Und nun auch noch dieser nicht nur peinliche, sondern auch unverzeihliche Fehler bei der Spurensicherung. Die Ermittler machen im Fall Peggy alles andere als eine gute Figur.

Schlamperei bei den Behörden

Der Soko-Leiter und das Thüringer LKA tun sich schwer, die neueste Panne zu erklären. Eine andere Deutung als Schlamperei gibt es dafür wohl nicht. Professionell gereinigte Werkzeuge sollten bei der Spurensicherung eine Selbstverständlichkeit sein – in zwei so bedeutenden Kriminalfällen wie NSU und dem Mord an Peggy ganz besonders. Völlig unverständlich ist auch, wie selbst der Chef des Bundeskriminalamts damals eine Verunreinigung oder Verwechslung der DNA-Spur Böhnhardts mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ ausschließen konnte.

Selbst wenn diese unglaubliche Panne beim Thüringer Landeskriminalamt Konsequenzen haben wird – was zu hoffen ist – bleibt der Eindruck, dass die Ermittler im Fall Peggy völlig versagen. Der Druck auf sie wird nun noch größer – die Hoffnung, dass Peggys Mörder jemals gefasst wird, schwindet hingegen immer mehr.

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