Hebammenmangel

Kommentar: Geburtshilfe braucht Hilfe

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München - In vielen Regionen Bayerns suchen Schwangere vergeblich nach einer medizinischen Versorgung. Doch Geburtshilfe wird nicht ohne Hebammen funktionieren. Sie verdienen jede Unterstützung, kommentiert Merkur-Autorin Susanne Weiß. 

In immer mehr Regionen suchen Schwangere vergeblich nach einer medizinischen Versorgung. Es gibt zwar ein Krankenhaus, doch keine Geburtshilfe. Nach Angaben des Deutschen Hebammenverbands sind seit 2015 bundesweit drei Dutzend Kreißsäle geschlossen worden oder stehen kurz davor. Für Schwangere in abgelegenen Dörfern kann das bedeuten, dass sie in ihren Wehen eine Stunde Auto fahren müssen – nicht auszudenken, wenn dann auch noch Stau ist.

Das ist ein Zustand, der die Geburt unnötig kompliziert macht. Und ein Zustand, der einige Frauen vielleicht sogar von ihrem Kinderwunsch abbringen könnte. Familie und Karriere sind ohnehin nicht leicht zu vereinbaren. Die Lücken im Versorgungssystem erschweren die Entscheidung zusätzlich. Dabei bräuchte die alternde Gesellschaft dringend mehr Nachwuchs.

Geburtshilfe wird nicht ohne Hebammen funktionieren. Sie verdienen jede Unterstützung. Damit sie vernünftig arbeiten können, müssen Versicherungen ein neues Haftungssystem finden, das den Hebammen mehr Rechtssicherheit gibt. Und sie müssten von bürokratischen Hürden entlastet werden, die sie davon abhalten, sich um ihre eigentliche Aufgabe zu kümmern.

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