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Merkur-Redakteur Dirk Walter.

Noch nicht ins Bewusstsein vorgedrungen

Kommentar zum Insektensterben: Die unheimliche Stille

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In seinem Kommentar zum Insektensterben meint Merkur-Redakteur Dirk Walter: Auf unseren Wiesen ist eine fast unheimliche Stille eingekehrt.

Der Trend geht zur sauberen Windschutzscheibe – und das ist kein Spaß. Dass auf unseren Wiesen eine fast unheimliche Stille eingekehrt ist, dass es kaum noch Schmetterlinge, Hummeln und immer weniger Bienen gibt, ist möglicherweise noch gar richtig ins Bewusstsein vorgedrungen. Es wird aber Zeit, diesen dramatischen Verlust der Artenvielfalt zu einem Schwerpunktthema der Umweltpolitik zu machen – neben vielen anderen Dingen, die hier brach liegen.

Erste Forschungen zeigen: Der Artenschwund hat viele Verursacher. Ein Faktor ist sicher die industrielle Landwirtschaft. Der Pestizideinsatz, die Flurbereinigung der vergangenen Jahrzehnte – das ist nicht folgenlos geblieben. Aber auch die Auswirkung des Klimawandels und der abnorm hohe Flächenverbrauch durch trostlose Gewerbeparks, die nicht einmal durch „Begleitgrün“ aufgehübscht werden, sollten aus diesem Blickwinkel diskutiert werden. Neben der Politik müssen sich auch die Naturschutzverbände fragen lassen, ob sie dem Insektentod genug Aufmerksamkeit gewidmet haben. Klar ist: In der Umweltpolitik zählt in Zukunft nicht mehr nur der große prestigeträchtige Erfolg, die Rettung von Seeadler oder Storch zum Beispiel – sondern auch der Erhalt der Schlupfwespe.

Sie erreichen den Autor unter

Dirk.Walter@merkur.de

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