Mehr Glück als Verstand

Kommentar zum Schlauchboot-Unfall: Gefährlicher Leichtsinn

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Seit einer Woche wird vor Bootsfahrten auf der Hochwasser führenden Isar gewarnt. Trotzdem wagen sich immer wieder Leichtsinnige aufs Wasser. Merkur-Ressortchefin Claudia Möllers kommentiert.

Wer derzeit an der Isar steht, sieht einen reißenden Fluss. Treibgut schleudert durch das Wasser, ganze Baumstämme schießen durch die braune Flut. Sich in solches Gewässer zu wagen, ist nicht nur leichtsinnig, sondern grob fahrlässig. Am Montag war es wieder soweit. Eine fünfköpfige Truppe machte auf Abenteuer und wollte mit zwei Hunden per Schlauchboot von Wolfratshausen nach München fahren. Und das an einem Tag, an dem sogar die erfahrenen Flößer den Dienst eingestellt haben, weil es einfach zu gefährlich war.

Nicht einmal die Hälfte der Strecke schaffte die Truppe. Bei Schäftlarn musste ein Großaufgebot an Helfern die in Not geratene Besatzung mit Hubschraubern aus dem Boot und dem Wasser retten. Seit über einer Woche wird in Zeitungen und im Radio eindringlich davor gewarnt, die Isar zu befahren. Es herrscht akute Lebensgefahr. Schon mit bloßem Auge kann man sehen, dass die Fließgeschwindigkeit des Wassers für eine Tour mit einem leichten Schlauchboot viel zu hoch ist. Die junge Crew, die mit viel Glück das leichtsinnige Abenteuer ohne große Blessuren überstanden hat, brachte nicht nur sich selbst in Lebensgefahr, sondern auch die Retter. Das ist kein Ferienspaß, sondern Leichtsinn, der Leben kosten kann.

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