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Dirk Walter.

Licht und etwas Schatten im IQB-Schultest

Kommentar zum Schultest: Zwischen den Zeilen

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Die jüngste Bildungsstudie bietet keinen Anlass zu Selbstzufriedenheit, findet Merkur-Redakteur Dirk Walter. Ein Kommentar zum IQB-Schultest.

Wo viel Licht ist, da ist auch Schatten – die jüngste Bildungsstudie bietet nicht Anlass zu Selbstzufriedenheit, sondern (auch) zum Nachdenken auf allen Seiten. Aus bayerischer Sicht ist es natürlich erfreulich, dass die hiesigen Neuntklässler in Deutsch und Englisch auf hohem Niveau sind, vor allem wenn man sie mit Berliner oder Bremer Schülern vergleicht. Allerdings sollten diejenigen, die an der bayerischen Bildungspolitik immer alles gut (oder alles schlecht) finden, auch eine Reihe von bedenkenswerten Befunden zur Kenntnis nehmen.

So gibt es erstens in Deutsch im Vergleich zu 2009 kaum Fortschritte – das Leistungsniveau stagniert. Dabei darf man bei gut 50 Prozent Schülern, die in Bayern im Untersuchungsbereich Deutsch-Leseverständnis Regelstandards erreichen, durchaus „Luft nach oben“ annehmen. Vielleicht aber torpediert hier der Einfluss neuer sozialer Medien verstärkte pädagogische Anstrengungen. Eine Herausforderung bleibt zweitens die Geschlechterdifferenz – in Deutsch und Englisch sind Mädchen seit Jahr und Tag besser als Buben. Ist das ein ehernes Naturgesetz? Weniger Korrekturbedarf gibt es drittens im Bereich Deutsch-Orthograf(ph)ie – die Studie bietet jedenfalls kein Argument gegen die Rechtschreibreform. Futter für neue Schulstrukturdiskussionen in Bayern gibt die Studie aber viertens auch nicht her, das sollten auch die G9-Befürworter bedenken. Sie können die Rückkehr zu neun Jahren Gymnasium nach dem IQB-Test jedenfalls nicht mit Leistungsdefiziten der G8-Schüler begründen.

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