Katrin Woitsch

Verheerende Folgen

Kommentar zur DLRG-Studie: Mehr Nichtschwimmer wegen Sparkurs

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Immer weniger Menschen in Deutschland können schwimmen, weil es immer weniger Gelegenheit gibt, es zu lernen. Denn viele Kommunen schließen ihre Bäder aus Kostengründen. Ein Kommentar. 

Schwimmunterricht ist keine Selbstverständlichkeit mehr – und das hat verheerende Folgen: Die Mehrzahl der Kinder kann gar nicht oder nur schlecht schwimmen. Und auch bei den Jugendlichen und Erwachsenen ist der Anteil der Nichtschwimmer unerwartet hoch, wie nun eine Studie belegt. In der jährlichen Statistik der DLRG ist dieser besorgniserregende Trend bereits sichtbar. Die Zahl der Badetoten ist so hoch wie lange nicht mehr.

Viele Kommunen, die ihre Hallenbäder geschlossen haben, um Kosten zu senken, haben sich wohl wenig Gedanken über die Folgen gemacht. Inzwischen ist für jede vierte Grundschule der Weg zum nächsten Bad zu weit, um Schwimmunterricht noch zu ermöglichen. Auch viele Eltern stellt das vor ein Problem, wenn sie ihren Kindern das Schwimmen selbst beibringen wollen. Die DLRG kann die Kurse nur anbieten. Aber es ist die Aufgabe der Städte und Gemeinden, für die nötigen Rahmenbedingungen zu sorgen. Selbst wenn das ein Zuschuss-Geschäft ist.

Ein Gutes hat die erschreckende Studie: Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf die schlechten Schwimmer in unserer Gesellschaft und könnte so die Achtsamkeit an den Seen erhöhen. Erst am Samstag ist in Starnberg ein Mann ertrunken, der nach Hilfe gewunken hatte. Kein anderer Schwimmer hatte das richtig erkannt.

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