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Ein Gewitter über dem Voralpenland

Kommt der „Donnersommer“?

Der Sommer ertrinkt im Regen: Dank Tief „Quinton“ ist es bis Mittwoch regnerisch und vor allem eines – kalt. Kurz vor dem Siebenschläfertag am 27. Juni, der das Wetter für die nächsten sieben Wochen voraussagen soll, keine verheißungsvolle Aussicht.

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Bayern ertrinkt im Regen

Nach der Schafskälte Anfang des Monats wird der Juni gleich zum zweiten Mal von einem Kältetief heimgesucht: Die nächsten Tage kann man vom Grillen und Sonnen am Baggerweiher nur träumen. Mit kühlen 13 Grad sinken die Temperaturen Anfang dieser Woche deutlich unter den Durchschnittswert, sagt Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD). „In der Wochenmitte wird es dann milder. Zwar noch immer kein Badeseewetter, aber wir müssen nicht mehr so bibbern“, verspricht Stefan Emeis vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung in Garmisch-Partenkirchen.

Im Allgäu und am Alpenrand regnete es seit gestern Rekordmengen, auf der Zugspitze fällt Schnee und der Inn tritt über die Ufer.

Bis zum Wochenende soll das Thermometer aber wieder auf bis zu 29 Grad klettern – wenn der „Siebenschläfer“ vor der Tür steht. Der Tag gehört zu den meteorologischen „Lostagen“, die sich in früheren Jahrhunderten durch Beobachtungen in der Landwirtschaft als eigenständige Wetterregeln gebildet haben. „Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag“, heißt die alte Bauernregel zum 27. Juni. Die Meteorologen lassen das aber so nicht gelten: „Von einem Tag kann man nicht auf die nachfolgenden sieben Wochen schließen“, sagt DWD-Mann Wünsche.

Durch die gregorianische Kalenderreform im Jahr 1582 stimmt der 27. Juni ohnehin nicht mehr als Siebenschläfertag: Er hat sich eigentlich auf den 7. Juli verschoben. Wünsche beobachtet das Wetter außerdem nicht nur einen Tag, sondern einen ganzen Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli. Und: Das Wetter müsse auch nicht sieben Wochen gleich bleiben. „Es kann auch kürzer sein.“ Stefan Emeis spricht „grob gesagt“ von vier bis sechs Wochen. Er führt die „magische Zahl Sieben“ auf Aberglauben zurück. Trotzdem: Die Trefferquote der Siebenschläferregel liegt bei etwa 70 Prozent im Alpenvorland.

Egal wie das Wetter am Siebenschläfertag wird – Emeis rechnet mit einem „feuchten und warmen“ Sommer, unbeständig und mit vielen Gewittern. Doch ganz so heftig wie 2002 mit fast täglichem Regen und Hagel soll es seiner Meinung nicht werden. Das Wetter-Portal www.donnerwetter.de spricht dagegen von einem „richtigen Donnersommer“. „Keinen Rekordsommer, keinen Dauersonnenschein erwarten wir, sondern einen richtigen Gewittersommer“, heißt es auf der Internetseite. Auch sie prophezeien einen sehr unbeständigen Sommer – „mit ständig wechselnden Tief- und Hochdruckgebieten, die kräftige Schauer und Gewitter auslösen“. „Immer wieder wird heiße Luft durch kältere abgelöst, so dass es in der Atmosphäre ordentlich brodelt.“

Das Wetter der kommenden Tage

Für Wünsche sind das allerdings nur „Spekulationen“ – eine verlässliche Vorhersage könne man noch nicht treffen. Und auch wenn sich Emeis vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung schon zu einer Sommerprognose traut, die negativ ausfällt – „ganz habe ich die Hoffnung auf einen schönen Sommer noch nicht aufgegeben“.

Regina Kaindl

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