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Die US-Army schließt die Standorte Schweinfurt und Bamberg.

US-Sparkurs verschont Grafenwöhr

Ansbach - Grafenwöhr ist gerettet, Schweinfurt wird aufgegeben. Am Donnerstagabend hat die US-Armee ihre Detailpläne für den Teil-Rückzug aus Europa mitgeteilt. Die betroffenen Orte hoffen auf Hilfe aus München und Berlin.

Es gibt Termine, von denen man schon ahnt, dass sie sehr unangenehm werden. Die Oberbürgermeister aus Bamberg und Schweinfurt mussten gestern zum Gespräch antreten bei US-General Mark Hertling auf einem Kasernen-Areal in Franken. Und sie erfuhren dort, dass die US-Truppen aus den Orten vollständig verschwinden.

So lokal kann Weltpolitik sein: Die zwei fränkischen Städte sind Hauptleidtragende einer Spar-Strategie aus Washington. Präsident Barack Obama verfügte die Verkleinerung der Truppen in Europa. Zwei von vier Kampfbrigaden werden 2013 und 2014 aufgelöst, eine davon ist in Franken stationiert.

Vor Ort ist das bitter. In Schweinfurt und Bamberg arbeiten insgesamt gut 7000 US-Soldaten, hinzu kommen ein Mehrfaches an Familienangehörigen und mehrere hundert zivile Angestellte. Der Abzug der insgesamt rund 18 000 Personen, gestreckt auf drei Jahre, ist ein Schlag für die Wirtschaft der Region, auch für die Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU, Schweinfurt) und Andreas Starke (SPD).

Dennoch bleiben wütende Proteste überregional weitgehend aus. In den vergangenen Wochen hatten bayerische Politiker intensiv hinter den Kulissen um die Standorte gekämpft. Staatskanzleichef Thomas Kreuzer flog im Januar per Hubschrauber eilig zu einem Gespräch in kleiner Runde mit Hertling in Franken. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kehrt heute früh von einer Dienstreise heim, die ihn ins US-Verteidigungsministerium führte. „Es hätte viel schlimmer kommen können“, sagt ein Beteiligter.

Als Erfolg werten die Bayern, dass das riesige Areal in Grafenwöhr nicht dicht gemacht wird, obwohl auch dort mit der 172. US-Infanteriebrigade Soldaten abziehen. Vermutlich bleibt das Ausbildungszentrum erhalten, andere Einheiten werden sogar in der strukturschwachen Nordoberpfalz zusammengezogen. Auch Ansbach wird verschont. Stattdessen erwischt es den Stützpunkt in Baumholder, Rheinland-Pfalz.

Der Kampf in Bayern geht nun weiter. Führende Politiker in München wollen sich dafür einsetzen, dass der Bund federführend ein Konversionsprogramm auflegt. Die Flächen, die die US-Army räumt, sollen zu verbilligten Konditionen an die Kommunen gegeben werden, vielleicht kommt eine spezielle Infrastruktur-Förderung dazu. Schweinfurt zum Beispiel will die Flächen als Wohnraum weiterentwickeln.

„Wo immer der Bund Spielräume hat, wird er sicher helfen“, sagt Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Er will abgestuft helfen: „Die Städte und Gemeinden sind unterschiedlich betroffen.“ Friedrich weiß aber: „Auch von den letzten Umstrukturierungen bestehen noch offene Wunden.“

Christian Deutschländer

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