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"Reichsbürger" Reisepass

Zwei Polizisten suspendiert

„Reichsbürger“ von Georgensgmünd hatte Chat-Kontakt zu Polizisten

München - Brisant: Zwei Polizisten sind nach der Schießerei von Georgensgmünd suspendiert worden. Sie sollen mehrmals Kontakt zu dem „Reichsbürger“ gehabt haben.

Der sogenannte Reichsbürger von Georgensgmünd hat per Handy-Chat Kontakt zu zwei Polizeibeamten aus Mittelfranken gepflegt. Die beiden Polizisten - ein 49 Jahre alter Oberkommissar und ein 50 Jahre alter Hauptkommissar - wurden mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert. Ihre Wohnungen und Diensträume wurden am Mittwoch durchsucht und Computer und Handys sichergestellt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.

Der 49-jährige Beamte soll im August nachgesehen haben, ob der „Reichsbürger“ im Computersystem der Polizei erfasst ist. Das Ergebnis habe er dem späteren Todesschützen mitgeteilt. Gegen den Beamten wird nun ermittelt, weil der Verdacht besteht, dass er Dienstgeheimnisse verraten hat. Der 50-jährige Beamte gilt dagegen derzeit nur als Zeuge.

Nach derzeitigen Erkenntnissen gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass der „Reichsbürger“ vor dem Einsatz des Spezialeinsatzkommandos gewarnt worden ist, sagte Oberstaatsanwalt Alfred Huber. Bei dem 49-jährigen Beamten wurden zudem verbotene Gegenstände wie Wurfsterne, ein Wurfmesser sowie eine Schreckschusswaffe ohne Zulassung gefunden.

Herrmann: „Bin entsetzt über diesen Verdacht“

 Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ist nach eigenen Worten „entsetzt“ über die neuen Erkenntnisse nach den Todesschüssen eines „Reichsbürgers“ auf einen Polizisten. Er sei vor zwei Wochen von der mittelfränkischen Polizei über Hinweise informiert worden, dass der verdächtige 49-Jährige in Kontakt mit anderen Polizeibeamten stand. Es sei deshalb der Verdacht aufgekommen, „ob er womöglich auch über die geplante Durchsuchungsaktion bei ihm schon im Vorfeld informiert worden ist“.

„Ich selbst bin natürlich entsetzt über diesen Verdacht“, sagte Herrmann am Mittwoch am Rande einer CSU-Fraktionssitzung im Landtag. „Und das muss jetzt restlos aufgeklärt werden, ob dieser Verdacht begründet ist oder sich als nicht begründet herausstellt.“ Details wollten Staatsanwaltschaft und Polizei am Nachmittag mitteilen.

Der 49-Jähriger schoss Mitte Oktober bei einer Waffen-Razzia auf vier Polizisten. Ein Polizist erlag seinen Verletzungen später im Krankenhaus. Die sogenannten Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik nicht an. Sie behaupten, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. 

dpa

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