Erhöht der Konsum das Todesrisiko?

Krach um brisante Milch-Studie

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München – Milch ist gesund – diese weit verbreitete Ansicht zweifeln schwedische Wissenschaftler an. Sie wollen herausgefunden haben, dass Menschen früher sterben, die sehr viel Kuhmilch trinken. Dafür ernten sie Kritik aus Bayern.

Für die Studie, die in einem britischen Fachmagazin veröffentlicht wurde und in ganz Europa für viel Wirbel sorgte, wurden Daten von 61 000 Frauen sowie 45 000 Männern untersucht, die 20 Jahre kontrolliert wurden. „Frauen, die drei Gläser Milch oder mehr am Tag tranken, hatten ein 90 Prozent höheres Todesrisiko, ein 60 Prozent höheres Hüftbruch-Risiko und ein 15 Prozent höheres Risiko bei Brüchen allgemein verglichen zu denen, die weniger als ein Glas tranken“, sagte einer der Autoren. Allerdings hoben die Wissenschaftler hervor, dass es eine Reihe von Fragezeichen bei den Ergebnissen gibt. Sie könnten auch keine Empfehlungen zum Milchkonsum abgeben.

Bayerns Agrarminister Helmut Brunner (CSU) spricht von einem „fragwürdigen Ergebnis“ und bezeichnete die Untersuchung als zweifelhaft: „Ich denke, die Studie selbst wirft mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt.“ Er wisse nicht, „ob die Objektivität und Seriosität im ausreichenden Umfang wirklich gegeben ist und deswegen warne ich davor, vorschnelle Schlüsse zu ziehen.“ Brunner verweist auf eine Studie über Milchkonsum, die sein Ministerium in Auftrag gegeben hat. Die Ergebnisse werden 2015 erwartet. Alle Experten würden gerade bei den Kindern empfehlen, ausreichend Milch und Milchprodukte zu verzehren. Das bestätigt Ernährungsexpertin Heidrun Schubert von der Verbraucherzentrale Bayern. „Milch- und Milchprodukte per se sind weder für Säuglinge, Kinder noch für Erwachsene schädlich“, sagt sie. Milch liefere Calcium, Vitamine, sowie Jod, Zink und Magnesium. Auch die Landesvereinigung der bayerischen Milchwirtschaft hält die Studie für „nicht aussagekräftig“.

cal

Rubriklistenbild: © dpa

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