Michael Kreitmeir leitet ein Kinderhilfswerk in Sri Lanka. Die Zukunft der Institution steht auf dem Spiel.

Zittern um die Zukunft der Kinder

Eichstätt/Monoragala - Am Montag stand der BR-Filmemacher Michael Kreitmeir in Sri Lanka wegen untergeschobener Drogen vor Gericht. Die Behörden lassen den Chef eines Kinderhilfswerks aber im Ungewissen. Das Zittern geht weiter.

Fünf Stunden lang haben sie ihn gestern vor dem Gerichtssaal in Monoragala warten lassen. Fünf Stunden der Angst, fünf Stunden der Verzweiflung. Dann ging alles ganz schnell. Nach wenigen Minuten war die Verhandlung unterbrochen. Michael Kreitmeir, Chef des Kinderhilfswerks „Little Smile“, der in Sri Lanka wegen 1,8 Gramm Heroin auf der Anklagebank landete, wurde ins Ungewisse entlassen. Jetzt untersuchen Experten, ob sich in dem Päckchen, das ihn vor Gericht brachte, überhaupt Drogen befanden.

Am 17. September soll der Prozess um den ehemaligen BR-Filmemacher und Erfinder der Kultsendung „Kunst & Krempel“ weiter gehen. Bis dahin muss er um die Zukunft der Hilfsorganisation Little Smile bangen, die er 1999 in Sri Lanka gegründet hat. Und um sein Kinderdorf in Koslanda im Süden des Landes. Sri Lanka kann er nicht verlassen, weil sein Pass eingezogen wurde.

Der Hintergrund: Am 17. August stoppen schwerbewaffnete Männer Kreitmeirs Auto und durchsuchen es. „Sie entdeckten angeblich 1,8 Gramm Heroin und steckten mich ins Gefängnis“, erzählt das Opfer. Dort muss er sich mit 15 Männern eine winzige Zelle teilen.

Obwohl er an Multipler Sklerose leidet, muss er auf dem Betonboden schlafen, bekommt einen Krankheits-Schub und eine Lungenentzündung. Nach acht Tagen Haft kommt Kreitmeir vergangenen Mittwoch gegen Kaution vorübergehend auf freien Fuß.

Kreitmeir beteuert seine Unschuld, befürchtet eine Intrige: „Im März wollte ein Provinzminister 200 000 Euro von mir erpressen.“ Doch der Bayer lässt sich nicht einschüchtern, erstattet Anzeige bei der Polizei und legt Beschwerde bei der Deutschen Botschaft ein. Sein Sohn Manuel, 23, erklärt, warum es der Minister auf seinen Vater abgesehen haben soll: „Mein Vater setzt sich für die hier lebenden indischen Tamilen ein.“ Die müssten „unter sklavenähnlichen Bedingungen auf den Plantagen arbeiten.“

Marlene Kardach

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