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Ukraine-Krieg: Bayern bereitet sich auf Flüchtlinge vor - Kinder können in die Schule

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Von: Katharina Haase

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Demo für die Ukraine
Eine Demonstrantin steht mit einem Plakat "Stand with Ukraine! " steht bei einer Demo für die Ukraine. © Felix Hörhager/dpa

Bayern bereitet sich auf die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge vor. Das Innenministerium hat die Kommunen zwecks einer Bestandsaufnahme alle Kapazitäten befragt.

Update vom 27. Januar, 16.28 Uhr: Bereits am Freitag hatten sich die bayerischen Landkreise auf die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine vorbereitet. Am Wochenende wurden nun zahlreiche Notunterkünfte hergerichtet (siehe Erstmeldung). Jetzt trifft das Kultusministerium Vorkehrungen, damit geflüchtete Kinder aus der Ukraine an den Schulen in Bayern unterrichtet werden können. „Wir planen, die Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine in die entsprechenden Klassen für Geflüchtete in ganz Bayern aufzunehmen. Wir lassen sie keinesfalls allein“, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Sonntag in München.

Bayern verfüge über „bewährte Instrumente für die schulische Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen“. Der Krieg in der Ukraine sei an den Schulen in Bayern ein wichtiges Thema in den vergangenen Tagen gewesen. „Unsere Lehrkräfte wissen, worauf es dabei ankommt. Sie behandeln die Thematik des Ukraine-Konflikts im Unterricht pädagogisch und didaktisch umsichtig im Rahmen ihres Bildungsauftrags“, sagte Piazolo.

Ukraine-Konflikt: Bayern bereitet sich auf Flüchtlinge vor

Erstmeldung vom 27. Februar, 10.30 Uhr: München - Der Krieg in der Ukraine ist erst wenige Tage alt, und doch bereitet sich der Freistaat Bayern bereits intensiv auf die Versorgung von ukrainischen Flüchtlingen vor. Ersten Experten-Schätzungen zufolge sind bereits jetzt mehr als 200.000 Menschen auf der Flucht Richtung Westen. Es wird davon ausgegangen, dass rund vier bis acht Millionen Ukrainer versuchen werden, das von Russland attackierte Land zu verlassen.

Landkreise und Kommunen in Bayern sind daher bereits dabei auszuloten, wo Hilfsbedürftige untergebracht werden können und wie viele. Das zeigte eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) äußerte in diesem Zusammenhang ein klares Statement der Solidarität mit den Ukrainern und befürwortete deren Aufnahme, sollt es nötig sein: „Dass es sich hier um Kriegsflüchtlinge handelt, ist nun offenkundig, und dass man diesen Menschen helfen muss, auch in europäischer Solidarität, ist auch offenkundig.“

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Krieg in der Ukraine: Innenministerium in Bayern prüft Kapazitäten zur Flüchtlingsaufnahme

Ein Sprecher des Innenministeriums in München* erklärte auf Anfrage, dass man bereits alle Kommunen in Bayern kontaktiert und um eine Bestandsaufnahme möglicher Kapazitäten zur Unterbringung von Flüchtlingen gebeten habe. „Man will einen Überblick gewinnen, welche Anzahl von Zugängen man derzeit bewältigen kann.“ Gleichzeitig wolle man herausfinden, welche Maximalgrenze an Aufnahmen zu bewältigen sei und wie viel Zeit man benötigen würde, diese aufzubauen. Angesichts der bereits im Jahr 2015 bewältigten Flüchtlingskrise, bei der die Bilder der Hilfsbereiten vom Münchner Hauptbahnhof um die Welt gingen, zeigte sich der Ministeriumssprecher jedoch optimistisch: „Wir haben da ja schon aus der Zeit um 2015 einige Erfahrungen.“

Aktuell stellen sich die spontanen Kapazitäten wie folgt dar: Der Landkreis Oberallgäu steht bereits parat, um kurzfristig bis zu 400 Menschen in Notunterkünften unterzubringen. Dafür soll zunächst die Turnhalle der Immenstädter Berufsschule hergerichtet werden.

Kriegs-Flüchtlinge aus der Ukraine: Nürnberg und München stellen hunderte Plätze bereit

Der Landrat des Landkreises München, Christoph Göbel (CSU*), rief derweil die Bevölkerung zum Helfen auf: „Wenn Sie Platz zur Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine haben, sei es in Privathäusern, Wohnungen oder anderen geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten, die derzeit zur Verfügung stehen, melden Sie diesen bitte an uns.“ Aus der Landeshauptstadt München selbst hieß es, man könne kurzfristig rund 500 Plätze für die Unterbringung von Geflüchteten zur Verfügung stellen. Weitere 1000 Plätze sowie medizinische Versorgungsmöglichkeiten würden derzeit vorbereitet. „Dass wir schnell und professionell helfen können, haben wir ja schon 2015 gezeigt. Auf diese Strukturen und Erfahrungen können wir jetzt zurückgreifen“, betonte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).

Die Stadt Nürnberg, in der bereits mehr als 4000 Ukrainer leben, hat ebenfalls schon konkrete Maßnahmen getroffen. Die wichtigsten organisatorischen Maßnahmen seien bereits erfolgt, die Internetseite der Stadt bereits mit wichtigen Info-Links durch das Amt für Migration versehen, so ein Stadtsprecher. Dabei wolle man nicht nur Flüchtlingen helfen, die über den deutschlandweiten Schlüssel nach Nürnberg geschickt würden, sondern auch Freunden und Angehörigen der bereits in Nürnberg wohnhaften Ukrainer.

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Bayern bereit zur Aufnahme von geflüchteten Ukrainern - Würzburgs OB mit scharfer Kritik an Putins Krieg

Auch die Städte Augsburg und Würzburg arbeiten an Konzepten zur Unterbringung von ukrainischen Flüchtlingen. „Wir sind bereit, unseren Part zu leisten“, unterstrich auch Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU*) in Augsburg, wo bereits in Kooperation mit dem Ukrainischen Verein ein Spendenkonto eingerichtet wurde.

Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU*) versprach ebenfalls Hilfsbemühungen, zeigte sich jedoch zugleich enttäuscht darüber, dass diese nötig seien: „Ich hatte bis zuletzt gehofft, (...) dass wir aus der Vergangenheit gelernt hätten, dass es bei einem Krieg immer nur Verlierer gibt. Ich hatte gehofft, dass unserer Generation das erspart bleibt, was uns unsere Eltern und Großeltern berichten mussten.“ kah *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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