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„Massive Preissteigerung“: Können Thermen in Bayern überhaupt geöffnet bleiben?

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Von: Tanja Kipke

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Der bayerische Heilbäderverband schlägt Alarm. Die hohen Energiepreise könnten Thermen bald zur Schließung zwingen. Kritik an der Regierung ist groß.

München – Eine Schließung folgt der nächsten. Die steigenden Energiekosten machen vor allem mittelständischen Betrieben zu schaffen. Erste Geschäfte schlossen daher bereits ihre Türen – und zwar für immer. Freilich ist dabei nicht immer nur die Energiekrise Schuld. Aber diese ist bei vielen zumindest der ausschlaggebende Faktor, ihren langjährigen Betrieb aufzugeben. Wie zum Beispiel bei der Traditionsmetzgerei Bühler aus Bamberg, die seit Mai wegen der Krise „7000 Euro Mehrkosten“ zahlen musste.

Energiekrise zwingt Firmen in die Knie: „Preissteigerung ohne Hilfe nicht zu bewältigen“

Auch Schwimmbäder und Thermen leiden unter den Kosten. In Bädern senkten die Betreiber bereits die Wassertemperaturen, um Energie zu sparen. Zudem bleiben einige Saunen sogar komplett geschlossen. Der Bayerische Heilbäderverband fürchtet jetzt sogar die Schließung von Thermen und Kurbetrieben.

„Unsere Kurorte und Heilbäder, die Kurbetriebe und andere Einrichtungen stehen vor massiven Preissteigerungen bei Strom und Gas“, sagte der Verbandsvorsitzende und Landrat von Wunsiedel, Peter Berek (CSU), am Donnerstag (24. November). „Diese werden sie ohne Hilfe nicht bewältigen können.“

Drohen den Thermen in Bayern die Schließung?
Drohen den Thermen in Bayern die Schließung? © Soeren Stache/dpa/Archiv

Heilbäderverband kritisiert: „Massiver Schaden im Gesundheitswesen droht“

Dadurch drohten „nicht nur Schließungen von Thermen oder anderen Betrieben“, sagte Berek. „Es droht die Zerschlagung von gewachsenen Strukturen im ländlichen Bayern, der Verlust von Arbeitsplätzen, und letztendlich ein massiver Schaden im Gesundheitswesen, der nicht mehr zu reparieren ist.“ Gleichzeitig wisse man nicht, welche Strom- und Gaspreisbremsen für die Bäder kämen, kritisierte er.

Energiesparen wie in Schwimmbädern funktioniert bei Thermen nicht so einfach. Sie könnten die Wassertemperatur nicht einfach absenken, weil dann der gesundheitliche Nutzen der Heilquellen verloren gehe, etwa für Rheuma-Patienten, sagte Goertz-Meissner, Präsidentin des Deutschen Heilbäderverbandes, der dpa. Bei Thermalbädern kommt das Wasser zwar schon warm aus dem Boden, doch müssen auch die Raumluft in den Bädern sowie Umkleide-, Ruhe- und Therapieräume geheizt werden, um die Wirkung ausschöpfen zu können.

Wirtschaftsstabilisierungsfond die Lösung für Kureinrichtungen?

Es wurde zwar bereits eine Gaspreisbremse beschlossen, sie gilt jedoch vorwiegend für Haushalte und kleinere Firmen mit einem Jahresverbrauch von unter 1,5 Millionen Kilowattstunden. Für die Industrie ist ebenfalls eine Entlastung geplant. Sie soll sogar schon ab Januar gelten, wie genau sie aussieht und für wen sie greift, ist allerdings noch nicht ganz klar. Die Frage ist auch, ob es die Unternehmen überhaupt so weit überleben, bis die Hilfen wirklich bei ihnen ankommen.

Neben den Gaspreisbremsen wird auch noch einen Wirtschaftsstabilisierungsfond mit zwölf Milliarden für Einrichtungen und Betriebe zur Verfügung zu stellen, die kaum Strom und Gas sparen können. Aus Sicht von Goertz-Meissner müssen die Gesundheitseinrichtungen der Kurorte dringend von diesem geplanten Härtefallfonds profitieren. (tkip/dpa)

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