Blau strahlt der Himmel über der Festung Rosenberg in Kronach
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Die Festung Rosenberg in Kronach

Kreisstadt in Oberfranken

Kronach: beschauliche Stadt in Oberfranken - ruhige Lage mit kulturellen Highlights

Kronach musste im Zweiten Weltkrieg keine größeren Zerstörungen hinnehmen. In der Nachkriegszeit ließen sich hier zahlreiche aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Vertriebene nieder.

Kronach – Am 12. April 1945 endeten die Kampfhandlungen um die oberfränkische Stadt durch den Einmarsch US-amerikanischer Truppen. Während des gesamten Zweiten Weltkriegs kam es zwar zu einigen Angriffen, doch ohne schwerwiegende Folgen. Aus diesem Grund blieb die historische Altstadt von Zerstörungen weitgehend verschont.

Kronach: Geografie und Lage der Stadt

Kronach liegt als oberfränkische Stadt im Nordosten des Freistaates Bayern. Der Frankenwald, der in weiten Teilen unter Naturschutz steht, grenzt im Nordosten an die Kreisstadt Kronach. Das Stadtgebiet erstreckt sich teilweise über einen ausgedehnten Felsenvorsprung. Auf diesem wurde das historische Zentrum errichtet. Insgesamt bedeckt das Stadtgebiet eine Fläche von rund 67 Quadratkilometern.

In Kronach fließen die drei folgenden Flüsse zusammen:

  • Haßlach
  • Kronach
  • Rodach

Der gleichnamige Landkreis umschließt die Stadt Kronach und gehört zur Metropolregion Nürnberg.

Kronach: Die Geschichte von der Frühzeit bis zum Ende des Mittelalters

Historiker gehen davon aus, dass die erste größere Siedlung in Kronach zwischen dem 8. und 9. Jahrhundert entstand. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1003. Damals dokumentierte Thietmar von Merseburg in seiner Chronik eine „urbs crana“. Wie viele andere fränkische Regionen kam auch Kronach während des Hochmittelalters in den Besitz des Hochstifts Bamberg. Kaiser Heinrich V schenkte dem Bistum den Ort und das umliegende Gebiet im Jahre 1122. Kronach blieb bis zur Säkularisation, die in Franken zu Beginn des 19. Jahrhunderts stattfand, im Besitztum der Fürstbischöfe von Bamberg.

Kronach: Die Geschichte der Stadt von der Reformation bis zur Neuzeit

Während der Reformation beziehungsweise des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) übernahm Kronach als Teil des Hochstifts Bambergs eine wichtige Rolle bei der Verteidigung des katholischen Glaubens. Die Lage der Stadt direkt an der Grenze zwischen reformiertem und katholischem Gebiet führte zum Ausbau der Burg Rosenberg zu einer großen militärischen Festung.

In Dreißigjährigen Krieg belagerten die schwedischen Truppen gemeinsam mit ihren deutschen Verbündeten zweimal kurz hintereinander (1632 und 1634) die Stadt. In beiden Fällen gelang es den feindlichen Truppen jedoch nicht, Kronach einzunehmen, da die Stadt gut befestigt war und die Bürger heftige Gegenwehr leisteten. Um an diese Leistung zu erinnern, finden seit dieser Zeit Jahr für Jahr Schwedenprozessionen statt. Noch am Ende des 18. Jahrhunderts war Kronach stark landwirtschaftlich geprägt. Mehr als 433 Anwesen befanden sich auf dem Gebiet der Stadt.

Kronach: Die Geschichte der Stadt im 19. Jahrhundert

Durch den am 25. Februar 1803 in Regensburg gefassten Reichsdeputationshauptschluss kam es zu einer breit angelegten Säkularisierung. In deren Rahmen erfolgte die Auflösung von neun Hochstiften, unter anderem auch des Hochstiftes Bamberg. Durch diese Maßnahme gelangte Kronach als Teil des ehemaligen Bistums Bambergs in den Herrschaftsbereich des Kurfürstentums Bayern, das später zum Königreich Bayern wurde. Im Herbst 1806 bereiteten sich die französischen Truppen unter Napoleon Bonaparte in der Festung Kronach auf ihren Preußen-Feldzug vor.

Kronach: Die Geschichte vom Ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart

Die Festung Rosenberg diente während des Ersten Weltkriegs als Gefangenlager für feindliche Offiziere. 1917 wurde hier der spätere französische Präsident Charles de Gaulle interniert. Im Zweiten Weltkrieg kam es zwar zu mehreren Luftangriffen auf die Stadt. Sie bewirkten jedoch keine großflächigen Zerstörungen. Die Bevölkerung konnte sich in Schutzräume im Felsen retten, auf dem die Altstadt errichtet worden war. Im April 1945 besetzte die US-Army die Stadt.

In der Nachkriegszeit geriet die Stadt durch ihre Zonenrandlage in eine wirtschaftlich benachteiligte Position. Durch die Aufnahme mehrerer Tausend Heimatvertriebener nahm die Zahl der Einwohner in dieser Zeit um knapp die Hälfte von 6.500 auf 10.000 Personen zu. Die Wiedervereinigung bewirkte eine Verbesserung der verkehrstechnischen Anbindung der gesamten Region. 2002 führte Kronach die Landesgartenschau durch.

Kronach: Einwohner und Verwaltung

In der Kreisstadt Kronach leben 16.815 Einwohner, im Kreisgebiet 66.743 Personen. Die Bevölkerungsdichte Kronachs beträgt 251 Einwohner je Quadratkilometer, im Landkreis liegt sie bei 102 Einwohnern je Quadratkilometer (Stand: 31. Dezember 2019). Während die Einwohnerzahl Kronachs in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stark angestiegen war, ging sie von 1988 bis 2018 um 7,5 Prozent zurück.

Kronach besteht aus 67 verschiedenen Gemeindeteilen. Dazu gehören unter anderem:

  • Allern
  • Biegenmühle
  • Bierberg
  • Blumau
  • Burg
  • Dennig
  • Fischbach
  • Froschbrunn
  • Gänsmühle
  • Grundmühle
  • Grünlinden
  • Judengraben
  • Kestel
  • Kuhberg
  • Poppenhof
  • Seelach
  • Vonz
  • Wüstbuch

Als Kreisstadt übernimmt Kronach zahlreiche Verwaltungsaufgaben für den gleichnamigen Landkreis. Unter anderem befinden sich die folgenden Ämter, Behörden und andere öffentliche Einrichtungen im Stadtgebiet:

  • Landratsamt
  • Gesundheitsamt
  • Frankenwald-Klinik
  • Jobcenter

Auch in Bezug auf das umfassende Bildungsangebot besitzt Kronach eine große Bedeutung für die umliegende Region. Unter anderem bietet die Kreisstadt die folgenden Bildungseinrichtungen:

  • Kaspar-Zeuß-Gymnasium
  • Frankenwald-Gymnasium
  • Siegmund-Loewe-Realschule
  • Pestalozzi-Schule (Förderschule)
  • Berufliches Schulzentrum Kronach

Kronach: Politik und Wirtschaft

Im Gegensatz zu vielen anderen bayerischen Gemeinden, in denen die Freien Wähler erheblichen Einfluss gewinnen konnten, dominiert die CSU die Politik in Kronach nahezu uneingeschränkt. In den Kommunalwahlen vom März 2020 sicherte sich die Partei elf der insgesamt 25 Sitze. Seit 2020 hat Angela Hofmann das Amt der Ersten Bürgermeisterin von Kronach inne.

Die Wirtschaft von Kronach wird von zahlreichen mittelständischen Unternehmen, davon einige aus der produzierenden Industrie geprägt. Die Dr. Schneider Unternehmensgruppe, ein Automobilzulieferer, bietet mit Abstand die meisten Arbeitsplätze in der Stadt. Auf Platz zwei folgt ein Unternehmen der gleichen Branche, die US-amerikanische Lear Corporation. Auch die Frankenwald-Klinik beschäftigt zahlreiche Mitarbeiter in Kronach. Das 2019 in Insolvenz gefallene Unternehmen Loewe war über viele Jahrzehnte ein bedeutender Arbeitgeber in Kronach. Der Niedergang dieses Herstellers von Unterhaltungselektronik hatte negative wirtschaftliche Folgen für die gesamte Region.

Kronach: Die Verkehrsanbindung der Stadt

Kronach besitzt keinen direkten Anschluss an eine Bundesautobahn. Die Stadt ist über die folgenden Bundesstraßen zu erreichen:

  • B85 von Berga nach Passau
  • B173 von Lichtenfels nach Dresden
  • B303 von Schweinfurt nach Schirnding

Die Kreisstadt Kronach liegt an der Frankentalbahn. Diese verbindet Hochstadt-Marktzeuln bei Bamberg mit Probstzella über eine Strecke von knapp 53 Kilometern Länge.

Kronach: Wichtige Sehenswürdigkeiten

Kronach bezeichnet sich zu Werbezwecken selbst als „Lucas-Cranach-Stadt“. Der bedeutende Maler Lucas Cranach, der Ältere wurde in Kronach geboren und lebte von 1472 bis 1553. Vier Werke des Malers können Besucher der Fränkischen Galerie in der Festung Rosenburg ansehen. Darüber hinaus werden hier weitere Kunstwerke aus den Epochen der Gotik und Renaissance ausgestellt. Die Festungsanlage Rosenburg beherbergt außerdem ein Steinmetzmuseum und den Fürstenbau, in dem wechselnde Ausstellungen, häufig mit zeitgenössischer Kunst, gezeigt werden. Seit 1995 werden jedes Jahr Festspiele auf der Festung Rosenburg veranstaltet.

Das gut erhaltene historische Stadtzentrum lockt jedes Jahr viele Touristen an, zu den wichtigsten Gebäuden zählen:

  • das alte Rathaus
  • der Hexenturm
  • die Stadtpfarrkirche Johannes der Täufer

Aufgrund ihrer erhöhten Lage auf einem Felsen wird die Altstadt als „obere Stadt“ bezeichnet.

Kronach: Weitere Sehenswürdigkeiten

Alle zwei Jahre im Juni findet das historische Stadtspektakel statt. Dabei werden Umzüge in historischer Kleidung veranstaltet. In schwedischen Uniformen verkleidete Bürger stellen die Schlachten des Dreißigjährigen Krieges nach.

Auch das Oblatenkloster mit Klosterkirche sowie die Spitalkirche und Synagoge sind beliebte Sehenswürdigkeiten in Kronach. Der nahe gelegene Frankenwald bietet zahlreiche lohnende Ausflugsziele und Wandermöglichkeiten. Kronach liegt am neuen fränkischen Marienwanderweg. Dabei handelt es sich um einen Fernwanderweg, der erst im Jahre 2002 angelegt wurde. Er führt über eine Strecke von knapp 2.000 Kilometern Länge durch Unter-, Mittel-und Oberfranken.

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