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Nasenbär Herbert tauchte in Niederbayern auf

Streuner sorgt für Wirbel

Rätsel um Nasenbär: Wo kommt Herbert her?

Künzing - In Künzing bei Deggendorf sorgt ein Nasenbär, den sie Herbert nennen, für Wirbel. Wie kam der Streuner denn bitte dorthin? Als er entdeckt wurde, versuchte er zu flüchten. Doch er kam nicht weit.

Er faucht, haucht, schnaubt und bläst, aber eigentlich ist der Herbert ein ganz Lieber. Herbert ist ein Nasenbär, doch wie hat es ihn nur nach Niederbayern verschlagen, genau nach Künzing im Kreis Deggendorf? Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt auf dem Hof einer Bäuerin sorgte er für mächtig Wirbel.

Herbert, wie er später genannt werden sollte, streunte am Donnerstagmorgen durch Künzing und soll dabei so ziemlich alles angefaucht haben, was vier Beine hat – wohl aus Furcht vor dem Unbekannten, das da draußen auf ihn lauerte. Einer der Vierbeiner war der Hund der Bäuerin. Der bekam zunächst durch den Gartenzaun hindurch sein Fett weg – die Frau rief die Polizei, im Wissen, dass das Viech mit der komischen Nase kein einheimisches Tier sein kann. Als eine Streife eintraf, war der Bär zwischenzeitlich in den Schuppen geflüchtet. Gegen 12.30 Uhr wurden die Helfer von der Tierrettung Deg­gendorf alarmiert. „Uns gelang es, den Nasenbär zu beruhigen und dann einzufangen“, erzählt Geschäftsführer Mario Renz, der den Nasenbär ins Tierheim brachte.

Woher der Kleinbär stammt, ist bislang völlig unklar. „Da es in Europa keine freilebenden Nasenbären gibt, muss das Tier aus Privatbesitz stammen“, erklärte Polizeisprecher Thomas Göhring am Freitag. Der Bär sei möglicherweise sogar ausgesetzt worden. Gerüchten zufolge soll eine unbekannte Frau aus der Region schon einmal einen Nasenbären via Ebay versucht haben zu verkaufen. Womöglich handelt es sich um ihren Nasenbären.

Nachweisen kann dies aber keiner. Und so kam Herbert erst einmal ins Tierheim nach Wangering. Bislang hat sich kein Besitzer gemeldet. „Wir vermuten auch, dass sich niemand mehr melden wird“, sagte Tierheim-Vorsitzende Heike Vornehm. Das macht aber nichts: Schließlich fühlt sich Herbert pudelwohl. Zu essen bekommt er Obst und Käse. „Insekten, Spinnen und Skorpione, also genau das, was ein Nasenbär normalerweise frisst, haben wir nicht da“, sagt die Vorsitzende. Herbert sei aber sehr zutraulich, lasse sich streicheln und sitze gern auf dem Schoß. „Manchmal knabbert er auch liebevoll jemanden an“, lacht Heike Vornehm. Grantig wird er nur, wenn ihm die Untersuchungen zu viel werden.

Nächsten Donnerstag geht es nun auf große Reise: Herbert zieht um – in eine Nasenbär-Auffangstation nach Hannover.

tz

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