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Manche wagen sich schon aufs Eis: zwei junge Hockeyspieler auf dem Haslacher See bei Bernbeuren.

Auf die Kufen, fertig, los!

München - Noch etwas Geduld, dann können Schlittschuhläufer wieder die Seen in Bayern erobern. Auf der Wasseroberfläche liegt eine dicke Eisschicht. Doch die Wasserwachten warnt vor Gefahren.

Schlittschuhläufer, Hockeyspieler und Eisstockschützen, die sich auf zugefrorene Seen freuen, müssen sich nicht mehr lange gedulden. Zwar ist das meiste Eis in den warmen Tagen weggetaut, doch viele Seen sind schon wieder von einer Eisschicht bedeckt – es ist jedoch Vorsicht geboten.

Selbst auf dem kleinsten See im Starnberger Landkreis warnt die Wasserwacht derzeit vor dem Betreten des Eis. Der Weßlinger See ist zwar der einzige mit durchgehender Eisfläche. Bei rund drei Zentimeter Eisdicke bestehe aber „höchste Einbruchgefahr“, warnt Martin Gebhard, Vorsitzender der Wasserwacht Pilsensee. Bis die größeren Gewässer Wörthsee, Pilsensee oder gar Ammersee und Starnberger See frieren, muss man sich noch etwas in Geduld üben. Auch der Dietlhofer See ist noch nicht freigegeben. Derzeit bedecken fünf Zentimeter Kerneis den See. Es muss jedoch noch auf 15 Zentimeter anwachsen, damit die Weilheimer in ihrem Naherholungsgebiet die Kufen schwingen können. Noch warnt ein Schild davor, den See zu betreten. Der Riegsee bei Murnau weist ebenso eine Eisdecke auf, aber auch hier ist das Betreten noch lebensgefährlich, wie Klaus Neuner, Leiter der Wasserwacht, betont. Auch der kleinere Froschsee ist schon zugefroren. Weil die beiden jedoch Moor-Seen sind und oft so genannte Dampflöcher entstehen, sollte die Eisdecke laut Neuner mindestens 20 Zentimeter dick sein, „besser 30“. Am Freitag möchte Neuner Bohrungen vornehmen. Der Staffelsee brauche meistens noch ein bisschen länger, warnt er.

Am Tegernsee im Landkreis Miesbach müssen sich Schlittschuh-Fans noch länger gedulden. „Im Volksmund heißt es, er friert alle sieben Jahre zu“, weiß Josef Stecher, technischer Leiter der Wasserwacht. Gelegentlich seien die Buchten zwar befahrbar, derzeit gebe es aber noch kein Eis. Sieben Jahre müssen Bürger beim Schliersee wohl nicht warten. Hier können sie die Kufen sicher früher anschnallen. Der See war kurz vor Weihnachten schon zugefroren, ist dann aber wieder aufgetaut. „Eine Woche sollte es schon richtig kalt sein“, sagt Wilhelm Bauer von der BRK-Wasserwacht Ebersberg-Klostersee. Momentan rät er „stark davon ab, den Klostersee zu betreten“. Auch in Markt Schwaben sollten sich die Wintersportler noch gedulden. Robert Hofmann, Vorsitzender der Wasserwacht, hat Zweifel, dass die Eisdecke auf dem Steinsee schon dick genug ist. Auf den Egglburger See haben sich aber am Montagnachmittag schon erste Eisstockschützen gewagt. Auch der Haslacher See im Landkreis Weilheim-Schongau ist zugefroren. Dass das Eis schon tragfähig ist, haben Hockeyspieler und Eisstockschützen am Montagmorgen herausgefunden. Die DRK-Wasserwacht gibt als absolutes Minimum für Personengruppen acht Zentimeter Eisdicke an, für Schlittenfahrzeuge zwölf und für Pkw 18 Zentimeter. Fließende Gewässer sollten man erst bei 15 bis 20 Zentimeter betreten.

Elisa von Grafenstein

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