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Kuh-Aroma als Geschäftsidee: Daniela Dorrer verkauft die Luft aus diesem Stall. Preis: 5,95 Euro die Dose.

Kuhstall aus der Dose

Adlkofen - Die Niederbayerin Daniela Dorrer hatte eine "dufte Idee": Die 24-Jährige verkauft Stall-Luft übers Internet. Die Landluft kommt in der Dose - und hat schon erste Fans gefunden.

Jungunternehmerin Daniela Dorrer, 24, aus dem niederbayerischen Adlkofen hat lange experimentiert. Erst hat sie alte T-Shirts in den Stall mit den 25 Kühen gehängt. Aber dieser einzigartige Geruch aus Tier, Mist und Futter, er blieb einfach nicht gescheit am Stoff haften. Sie hat es in einem zweiten Stall versucht, aber da war die Luftzirkulation eher ungünstig. Irgendwann, nach langem Grübeln kam der jungen Frau der Geistesblitz: Industriewatte, an Wäscheklammern im Kuhstall aufgehängt. Das wär’s.

So hat alles begonnen, seitdem brummt ihr Geschäft: Daniela Dorrer hat bereits 350 wiederverschließbare Aluminiumdosen mit „Original bayerischer Stallluft“ in alle Welt versendet, bis nach Amerika, Spanien, Australien. Preis: 5,95 Euro die Dose plus Porto. „Ich war auf der Suche nach einer zusätzlichen Einnahmequelle ohne große Investitionen“, sagt die junge Niederbayerin, die sonst als Sekretärin in einer Software-Firma arbeitet. Sie hat rumüberlegt und kam zusammen mit ihrem Freund, der auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, plötzlich auf die Sache mit dem Stall-Aroma in Dosen. Klar, die Geschäftsidee ist verrückt. Aber offenbar gibt es auch für so was einen Markt: Es gebe Leute, die kennen den Geruch aus dem Kuhstall gar nicht, erzählt sie, die wissen gar nicht, wie Landluft riecht. „Großstädter zum Beispiel.“

Und dann gibt es natürlich noch Auswanderer, die ein Stück bayerische Heimat mit in die Fremde nehmen wollen – und sei es nur in der Dose. „Ganz viele bestellen es auch als ein Spaßgeschenk für runde Geburtstage“, sagt die junge Frau. Aber, obacht, auch die niederbayerische Spezialwatte verliert mit der Zeit an Geruch; nach einem halben Jahr sei alles verflogen, sagt sie. Bis dahin allerdings hat man ein unvergleichliches Geruchserlebnis zur Hand. Die Watte hängt vor der Auslieferung an den Kunden immer zwischen fünf und zehn Tagen im Kuhstall. Dieser Zeitraum hat sich durch Experimente bewährt. „Wir haben sie auch schon 30 Tage aufgehängt, aber das stinkt dann widerlich“, sagt sie.

Der Kuhstall war der Anfang, aber es soll nicht das Ende sein. Luftverkäuferin Dorrer denkt bereits über neue Geschmacksrichtungen im Internet-Shop (www.stallduft.de) nach: „Pferdestall“, sagt sie, „das könnte ich mir auch sehr gut vorstellen.“

Stefan Sessler

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