Der Schatten einer Person, die telefonier.
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Corona trifft die Kulturbranche hart. Im Landkreis Kulmbach gibt es deshalb jetzt ein neues Projekt. (Symbolbild)

Projekt auch in anderen Städten

Corona trifft Kulturbranche hart: Bayerischer Landkreis trotzt der Krise mit Idee - „Ein bisschen wie Telefonseelsorge“

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Die Corona-Krise trifft die bayerische Kulturbranche hart. In Kulmbach gibt es nun ein Projekt, das sich auch schon in anderen Städten etabliert hat.

Kulmbach - Aufgrund der Corona-Pandemie* ist das kulturelle Leben im Freistaat eingeschränkt. Seit dem 2. November gilt in ganz Deutschland ein Teil-Lockdown. Restaurants sind geschlossen, gleiches gilt für Freizeiteinrichtungen. Einen Überblick über die geltenden Regeln finden Sie hier.

Corona-Krise trifft Kulturbranche in Bayern hart: Kulmbacher Projekt ermöglicht „Kultur zum Zuhören“

Hart getroffen hat es auch die Kulturbranche. Theater, Opern und Konzerthäuser mussten schließen. Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, wurden abgesagt. Im Landkreis Kulmbach hat man sich deshalb nun etwas ganz besonderes ausgedacht. Das Projekt „Fünf Minuten Kultur zum Zuhören“ soll Kulturerlebnisse auch in der Corona-Krise* ermöglichen. Das erzählte Initiatorin Heike Söllner. Fünf Minuten zitieren Ehrenamtliche Gedichte, lesen eine Kurzgeschichte vor oder musizieren - alles am Telefon. Auf Bestellung rufen Kulturschaffende ab sofort dienstags an und lesen, musizieren oder singen für ihre Mitbürger.

„Ich stelle mir vor, das ist ein bisschen wie Telefonseelsorge“, meinte Robert Thern, der bei dem Projekt Kurzgeschichten vorlesen und gemeinsam mit seiner Frau musizieren wird. „Das sind Leute, die brauchen ein bisschen Sonnenschein.“

Video: Corona-Krise: Hilferuf von Wirtschaft und Kultur

Corona/Bayern: „Fünf Minuten Kultur zum Zuhören“ - Projekt gibt es bereits in anderen Städten

Jeder könne sich telefonisch oder online für das Projekt anmelden, wie Söllner betonte. Die Teilnehmer dürfen sich dann fünf Minuten Gedichte, Gesang, Lieder zum Mitsingen, Instrumentales, Kurzgeschichten oder auch Weihnachtliches wünschen. „Wir versuchen, auf alle Wünsche einzugehen. Also wenn man einen ganz bestimmten Autor hören will oder sich ein bestimmtes Lied wünscht, das man schon ewig nicht mehr gehört hat.“

Die Idee kommt ursprünglich vom Freiwilligen-Zentrum Augsburg. Auch in Schweinfurt hat sich das Projekt bereits seit Ende September etabliert. „Wir haben seitdem schon über 45 Telefonate vermittelt“, sagte Ehrenamtskoordinatorin Heide Wunder. „Gerade eben hab ich einen Geburtstagswunsch bekommen. Eine Dame wird am Sonntag 80 Jahre alt und ihre ehemaligen Kolleginnen wünschen sich für sie einen Anruf zum Schmunzeln.

Corona-Krise trifft Kulturbranche: Kulmbacher Projekt beginnt am Dienstag (24. November)

Erstmalig läuft die Aktion am Dienstag (24. November) und dann immer dienstags zwischen 15 bis 18 Uhr. Zunächst ist die Aktion bis Weihnachten geplant. Die Initiative für das Projekt geht vom Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagment (KoBE) am Landratsamt Kulmbach aus.

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