Kurios: Teilnehmer zu schnell

Während eines offiziellen Rennens: Polizei stoppt zu schnellen Radler

Regensburg - Der Radsport fährt bekanntlich nicht immer positive Schlagzeilen ein. Auch in Niederbayern ist das nicht anders. Beim Arber-Radmarathon wird der Sieger auf der Strecke von der Polizei angehalten - und das ist längst nicht alles.

Christian Dengler heißt der Mann, der die 250-Kilometer-Runde am schnellsten absolvierte und damit den Arber-Radmarathon wie schon im Vorjahr gewann. Eine Schlagzeile ist das alleine nicht unbedingt wert, doch Dengler war nicht nur flotter als die restlichen 5948 Teilnehmer, er raste auch der Polizei zu schnell. 

Wie die Mittelbayerische berichtet, hatte Dengler nach eigener Aussage geschätzte 95 Sachen drauf, als ihn plötzlich nach der Abfahrt vom Bretterschachten nach Bodenmais ein Streifenwagen überholte. Da sei er erstmal verdutzt gewesen, wie er dem Medium mitteilte. Die Beamten hätten ihn belehrt, dass er sich an die festgelegte Höchstgeschwindigkeit zu halten habe. 40 Km/h waren eigentlich erlaubt.

Polizei für "radtouristische Veranstaltung" verantwortlich

Gegenüber der Mittelbayerischen verteidigte der Polizeisprecher der Oberpfalz die Beamten: Generell hätten sich die Teilnehmer an die Straßenverkehrsordnung zu halten. Durch die Stadt Regensburg seien zudem auf einigen Gefällstrecken Höchstgeschwindigkeiten festgelegt worden. Da es sich beim Arber-Radmarathon bekanntlich um kein Rennen, sondern eine radtouristische Veranstaltung handele, sei die Polizei eben dafür zuständig, Verstöße entsprechend aufzuzeigen. 

Dass Dengler trotz Rüge souverän siegte: Glückwunsch. Doch dieses Kuriosum scheint die Organisatoren gar nicht zu stören. Man sei zufrieden, sagt Barbara Wilfurth, die Präsidentin des Bayerischen Radsportverbands und Vorsitzende des Veloclubs der Mittelbayerischen. Es gebe halt immer etwas, das man verbessern könne. Weitaus schlimmer sei demnach, dass die Sportler in Regensburg den Radweg nutzen müssen. „Die Teilnehmer gefährden sich selbst und zudem die Sonntagsradler“, kritisiert Wilfurth. Die Beschwerden häufen sich.

Wie der Polizeisprecher mitteilte, mussten die Beamten offenbar in zwei weiteren Fällen einschreiten. Einmal, weil sich ein Sportler während der Fahrt von einem Pkw-Fahrer mit Getränken versorgen ließ, obwohl dafür die Versorgungsstellen vorgesehen waren. Ein anderes Mal, weil sich ein Radler an ein Auto hing. Er wollte so dem Anschein nach verschnaufen. Wieder keine positiven Schlagzeilen um den Radsport in Deutschland.

mke

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa-tmn

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