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Auktionator Frank Ehlert neben einer zwölf Meter großen Lenin-Statue.

Gundelfinger Steinmetzbetrieb jetzt weltbekannt

Kuriose Auktion scheitert: Keine Gebote für Diktatoren-Statuen

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Monumentale Figuren von Diktatoren sollten am Wochenende unter den Hammer kommen. Doch keiner bot mit. Allerdings ist ein Gundelfinger Steinmetzbetrieb jetzt weltbekannt, denn im Internet beobachteten Menschen aus aller Welt die Auktion.

Gundelfingen – Wer kann so etwas brauchen, eine zwölf Meter hohe Figur von Lenin aus rotem Granit, 80 Tonnen schwer? „Uns ist klar, der Markt für so ein Koloss ist miniklein“, sagt der Potsdamer Auktionator Frank Ehlert. Er hatte versucht, am Samstag Skulpturen von Lenin und fünf weiteren Ostblock-Diktatoren zu versteigern. Gebote bekam er aber nicht.

Gut, Lenin und Stalin waren teuer. Für den knapp vier Meter hohen Josef Stalin aus Sandstein lag das Mindestgebot bei 58 000 Euro, für den Zwölf-Meter-Lenin sogar bei 150 000 Euro. Ernst Thälmann aber hätte es schon für 11 000 Euro aus Bronze und 13 000 Euro aus Stein gegeben, den stalinistischen Diktator der Tschechoslowakei, Klement Gottwald, für 16 000 Euro und dessen Nachfolger Antonin Zapotocky für 22 000 Euro. „Ich glaube nicht, dass es am Preis lag – auch mit einem Startpreis von 500 Euro ist ein 80-Tonnen-Lenin schwer zu vermitteln“, sagt Ehlert. „Mit dem Preis würdigen wir die bildhauerische Leistung.“

Ein Mahnmal für kommende Generationen

Wie um Himmels Willen kommen diese Skulpturen von Männern, die einstmals die Ideen des Sozialismus und des Kommunismus mit Gewalt, Angst und Schrecken verbreiteten, überhaupt ins beschauliche Gundelfingen in Schwaben? Nach der Wende waren in den Ländern des ehemaligen Ostblocks viele solcher Skulpturen zerstört worden. „Das hat meinen Vater damals dazu bewegt, die Skulpturen der Ostblock-Größen zu sammeln“, sagt Josef Kurz, Inhaber des Natursteinverarbeitungsbetriebs. „Mein Vater fand, dass diese Männer als Mahnmal auch für die kommenden Generationen erhalten bleiben müssten“, berichtet der 53-Jährige. Seinem Vater, der übrigens Mitglied war im Wirtschaftsrat der Union und beileibe kein Kommunist, schwebte ein Museum für die Diktatoren vor. Doch dieses ist nie zustande gekommen. So stehen die Figuren nun seit Anfang der 90er-Jahre auf dem Firmengelände herum. Der 80-Tonnen-Lenin auf dem Pumpenhäuschen, das unter seiner Last zu bröckeln beginnt. „Wir haben ihn jetzt heruntergehoben und werden dorthin stattdessen ein von uns gefertigtes Krokodil aus Stein aufstellen“, sagt Kurz.

Die knapp vier Meter hohe Stalin-Nachbildung aus Sandstein kann man noch ersteigern.

Aber wohin mit Lenin? Auktionator Frank Ehlert hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der Koloss doch noch neue Besitzer findet. Den Live-Stream der Auktion im Internet haben immerhin Menschen aus aller Welt verfolgt. Und in der Stadt Dresden wird seit zwei Wochen – seit Bekanntwerden der Auktion – wieder heftig über Lenin debattiert. Dort hatte die Statue 20 Jahre lang auf dem Bahnhofsvorplatz gestanden, nach der Wende wurde sie attackiert, mit Farbbeuteln beworfen und mit Hakenkreuzen beschmiert. Damals verschenkte die Stadt den Koloss, aber viele hätten ihn danach gerne zurückgehabt – als Mahnmal an die Vergangenheit. Eine Künstlerin wollte ihn zerlegt wieder ausstellen. „Dass die Stadt nun wieder diskutiert, freut uns, wir haben Bewegung in die Sache gebracht“, sagt Auktionator Ehlert. Er hofft, in der vierwöchigen Nachauktionszeit noch Gebote zu bekommen. Die Preise seien verhandelbar.

Mehr Informationen über die einzelnen Skulpturen gibt es auf der Seite www.auktionspunkt.de

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