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Lebensrettende Handarbeit: Solche Pullis tragen die von einer Ölpest geplagten Pinguine in Australien.

Kuriose Hilfsaktion: Pullis für Pinguine in Australien

Bad Aibling – Renate Hauser-Leiner aus Bad Aibling strickt Miniatur-Pullis für Pinguine in Australien - und rettet ihnen so das Leben. Die kuriose Hilfsaktion findet nicht nur in Bayern Unterstützer.

Zwei rechts, zwei links. Nach vier Stunden ist Renate Hauser-Leiner aus Bad Aibling im Kreis Rosenheim meistens fertig. Fertig mit einem weiteren Pinguin-Pullover. Hört sich lustig an, ist aber ernst: Renate Hauser-Leiner, 65, strickt Pullis für australische Pinguine. Nicht weil die Tiere einfach nur frieren, sondern um sie nach einer Öl-Verschmutzung besser retten zu können.

Strickt für Pinguine: Renate Hauser-Leiner, 65.

Die Verantwortlichen des Naturschutzparks von Phillip Island, einer Insel im Süden von Melbourne, haben im Internet zu dieser außergewöhnlichen Hilfsaktion aufgerufen. 60.000 Zwergpinguine leben dort. Allabendlich watscheln die 30 Zentimeter großen Tiere nach ihrem Beutezug im Meer zurück an den Strand. Doch nicht nur Pinguine schwimmen in diesen Gewässer: Die Südküste Australiens ist eine vielbefahrene Schiffsroute. Nachdem im Herbst vergangenen Jahres in Neuseeland das Containerschiff „Rena“ havarierte, begann ein Wettlauf mit der Zeit, um die Ölpest so rasch wie möglich einzudämmen. Dennoch verendeten zahlreiche Tiere. Viele Pinguine konnten aber auch gerettet werden und in „Rehabilitationszentren“ mit aufwändigen Reinigungsprozeduren von der schwarzen Masse befreit werden. Um den Pinguinen die Genesungsphase zu erleichtern, entstand bereits vor Jahren die Pullover-Idee. Frisch gewaschen – die Reinigung ist mehrfach notwendig – werden die Sonderanfertigungen den Tieren dann angezogen. Schließlich verliert das Gefieder durch das Öl seine isolierende Wirkung. 10.000 Kleidungsstücke in verschiedenen Mustern und Farben tafen nach dem ersten Aufruf aus aller Welt ein.

Mittlerweile gibt es im Internet sogar Strickanleitungen. „Darin ist nachzulesen, wie breit der Kragen, die Ärmel für die Flügel und wie lang der Pullover sein soll“, erzählt Renate Hauser-Leiner. Sie ist passionierte Strickerin und findet: „Dieser Beitrag zum Umweltschutz ist schnell gefertigt und kann Leben retten.“ Ihre jüngst fertiggestellten Pingu-Pullover hat die Aiblingerin ihrem Neffen, der bei einer australischen Firma arbeitet, zur Übergabe mitgegeben. „Dort waren sie von den Maßanfertigungen begeistert“, sagt ihr Neffe, Martin Vogl. Ihm – als Ideengeber für ihre Aktion – widmete Renate Hauser-Leiner gleich einen Pullover: einen mit dem Namensschriftzug „Martin“. Ob er bereits von einem Pinguin getragen wird, ist allerdings unklar.

Von Silvia Mischi

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