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So war es einst, so wird es wieder sein: Weißt Du noch, damals am Lago di Garda – Du und ich und der Opel mit dem alten AIB-Kennzeichen.

AIB in München, WOR in Starnberg

Die kuriosen Aspekte der Altkennzeichen-Einführung

München – Die Einführung von Altkennzeichen in Bayern hat auch kuriose Aspekte: In vielen Landkreisen darf das Kennzeichen des einstigen benachbarten Alt-Kreises beantragt werden. Zum Beispiel AIB im Landkreis München.

Noch bis Ende April haben die Landräte und Bürgermeister Zeit, sich für Nostalgiekennzeichen zu entscheiden. WOR im Alt-Landkreis Wolfratshausen, SOG im Alt-Landkreis Schongau oder AIB für Landkreis Bad Aibling – das ist beschlossen. Doch wie so häufig verbergen sich kuriose Randerscheinungen im Kleingedruckten, in diesem Fall in den Durchführungshinweisen, die das bayerische Wirtschaftsministerium für die Wiedereinführung der Kennzeichen erlassen hat. Demnach sind die Alt-Kennzeichen auch in Orten zulässig, die früher zum Alt-Landkreis gehört haben, aber mit der Gebietsreform 1972 den Landkreis wechselten.

Zum Beispiel Schäftlarn: Die Gemeinde lag früher im Landkreis Wolfratshausen, kam 1972 aber zum Kreis München. Demzufolge haben alle Schäftlarner das Recht, ein Alt-Kennzeichen WOR zu beantragen. Aber nicht nur sie: Jeder Bürger im Landkreis München darf das tun, bestätigt Birger Nemitz, Pressesprecher im Landratsamt München. Er glaube aber, solche Auswüchse würden sich in Grenzen halten. „Unsere Bürger sind vernünftig.“ Im bevölkerungsreichsten Landkreis Bayern ist sogar noch ein zweites Fremd-Kennzeichen zulässig: AIB – und das nur, weil die kleine Gemeinde Aying früher zum Aiblinger Kreis gehörte. Ähnlich ist es im Landkreis Starnberg: Auch hier könnte es – theoretisch – zu einer Inflation von WOR-Kennzeichen kommen. Ab 10. Juni könne man sich im Landkreis Starnberg das WOR holen, und zwar überall, gab Landrat Karl Roth diese Woche zur allgemeinen Verwunderung im Kreisausschuss bekannt – weil die Gemeinden Bachhausen und Höhenrain früher zum Landkreis Wolfratshausen gehöreten. Noch offen ist die Regelung im Landkreis Landsberg – hier könnten sich SOG-Kennzeichen breit machen, weil zum Beispiel Apfeldorf früher zum Landkreis Schongau gehörte. Übrigens dürfen auch Bürger im Alt-Landkreis Weilheim SOG-Kennzeichen beantragen. „Überflüssig wie einen Kropf“ nannte der Berger Bürgermeister Rupert Monn im Starnberger Kreisausschuss die ganze Wiedereinführungs-Debatte.

Er steht nicht allein: Manche Landkreise wehren sich mit Händen und Füßen gegen die Nostalgie-Offensive, die der Heilbronner Touristik-Professor Ralf Borchert losgetreten hat. Im Landkreis Oberallgäu etwa weigert sich Landrat Gebhart Kaiser, „SF“ für Sonthofen und damit in seinem ganzen Landkreis wieder zuzulassen.

Auch in Niederbayern ist längst nicht jeder Landrat begeistert. Der Regener Landrat Michael Adam hält nichts von VIT (Altlandkreis Viechtach). GRI für Bad Griesbach wiederum ist im Landkreis Passau nicht erlaubt. Auch die Landräte in Landshut und Deggendorf sind sehr skeptisch.

dw/ike

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