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Am Isarkanal schlug die Feuerwehr Moosburg ihr Lager für die Kaltwassergrill-Challenge auf.

Ausbreitung nach Schneeball-Prinzip

Kurioser Hype: Darum grillen Bayerns Vereine plötzlich in eiskaltem Wasser

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Grill einheizen, Kamera an und ab ins eisige Wasser: In Bayern breitet sich ein neuer Internet-Hype aus, dem sich Vereine nur schwer entziehen können. Derzeit werden sie besonders im Landkreis Freising aktiv.

Spätestens wenn in den Supermarkt-Regalen die Holzkohle dem Lebkuchen weicht, steht fest: Die Grillsaison ist vorbei. Wer allerdings dieser Tage auf Facebook unterwegs ist, dem kann sich gegenteiliger Eindruck aufdrängen: Ein Verein um den anderen lädt dort Videos hoch (Beispiele siehe unten), in denen seine Mitglieder Würstl und Fleisch über offenem Feuer brutzeln. Das Besondere: Immer stehen die Protagonisten dabei in oder sehr nah an einem Gewässer.

„Schuld“ ist eine neue Nominierungs-Runde, gerne auch Challenge (englisch für Herausforderung) genannt: das sogenannte „Kaltwassergrillen“. Wie schon bei der Ice-Bucket-Challenge oder der Bier-Challenge geht es darum, dass Leute vor der Kamera eine kuriose Herausforderung absolvieren – und dann drei Nachahmer bestimmen. War das mit dem Halbe-Exen noch eher Unsinn, steckte hinter der Sache mit dem Eiswasserkübel schon mehr sozialer Nutzen – wurden doch Spenden für die Erforschung der Krankheit ALS gesammelt. Das Kaltwassergrillen knüpft nun vielerorts an den karitativen Gedanken an: mit dem Verkünden einer Spende an eine gemeinnützige Organisation.

Die Spur des Hypes führt nach Niederbayern

Es ist schwer nachzuvollziehen, wo der Hype seinen Anfang nahm. Fest steht: Schon vor einigen Monaten verbreiteten sich auf den Facebook-Seiten von niederbayerischen Vereinen unzählige Kaltwassergrill-Videos. Nun scheint der Internet-Trend auch in die oberbayerische Region geschwappt zu sein. Derzeit besonders aktiv: die Vereine aus dem Landkreis Freising.

Jüngstes Beispiel ist die Feuerwehr Moosburg, die ihr Video am Donnerstag bei Facebook hochgeladen hat. Patrick Kiehl, ein 32-jähriger Gruppenführer der Wehr, erzählt, wie es dazu kam. „Wir wurden vom Jugendrotkreuz des Kreisverbands nominiert und hatten eine Woche Zeit für ein eigenes Video.“ Das habe man sich bei der FFW natürlich nicht zweimal sagen lassen. Kiehl sowie seine Kameraden Gerhard Kiermeier, Christopher Grund und Marcus Stephan trommelten die Floriansjünger zusammen. „Wir haben dann einen Grill, Kohle und Würstl organisiert und uns am Isarkanal postiert.“ An die 30 Mitglieder kamen spontan zusammen, vor allem die Jugendfeuerwehr war stark vertreten.

Wer von den Gaudi-Videos am meisten profitiert

Und mit welcher Motivation wurde das Ganze veranstaltet? „Es ist einfach eine witzige Idee, und ich persönlich finde den sozialen Aspekt super“, sagt Kiehl. Denn rund um das Video sei unter den Kameraden auch noch Geld gesammelt worden. Es soll dem Landshuter Kinderkrankenhaus zugute kommen.

Kennen Sie alle? Die Liste der kuriosen Facebook-Hypes

Die Jugendrotkreuzler, die ihren Grill-Clip mitten in einem Bachlauf aufgenommen haben, wollen die BR-Aktion „Sternstunden“ mit Spenden unterstützen. Gut möglich, dass so in den kommenden Tagen und Wochen noch viele andere Organisationen profitieren. Denn die Nominierungen verbreiten sich nach dem Schneeball-Prinzip. Bislang grillten in der Freisinger Region etwa die Narrhalla und der Fliegerclub aus Moosburg, der SV Hörgertshausen oder auch der Skiclub Mauern. Aus diesen Reihen wurden wiederum Vereine wie der TSV Nandlstadt, die Feuerwehr Freising oder die Moosburger Schäffler aufgefordert: Grill an und rein ins kalte Nass!

Beispiel-Videos: So lief das Kaltwassergrillen in der Region

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