Antrag der Verteidigung

Kurz nach Beginn: Prozess gegen Ex-Priester wegen sexuellen Missbrauchs vertagt

Eigentlich sollte einem 53-jährigen Ex-Priester ab Montag der Prozess wegen sexuellen Missbrauchs gemacht werden. Nur wenige Minuten nach Beginn wurde der Prozess aber vertagt.

Deggendorf - Der Prozess gegen einen Ex-Priester wegen sexuellen Missbrauchs ist vor dem Landgericht Deggendorf schon nach wenigen Minuten vertagt worden. Die Anwältin eines der Opfer beantragte am Montag den Ausschluss der Öffentlichkeit bereits während der Verlesung der Anklageschrift. Der Vorsitzende Richter Thomas Trautwein unterbrach daraufhin die Verhandlung. Der Prozess soll am Mittwoch fortgesetzt werden.

Laut Anklage hat der einschlägig vorbestrafte Ex-Priester seit Mitte der 1990er Jahre fünf Buben bei insgesamt mindestens 100 Gelegenheiten sexuell missbraucht sowie eine 18-Jährige einmal versucht zu vergewaltigen. Noch im Jahr 2016 verging er sich der Anklage zufolge an einem heute zehnjährigen Buben. Eine Vielzahl der Übergriffe wertet die Staatsanwaltschaft als schweren sexuellen Missbrauch.

Weitere Vorwürfe gegen den Ex-Priester

Die Behörde wirft dem 53-Jährigen auch Urkundenfälschung, Betrug und Missbrauch von Titeln vor. Er soll sich mindestens 100 000 Euro erschlichen haben, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.

Der ehemalige katholische Priester hatte nach Gerichtsangaben zwischenzeitlich eine mehrjährige Haftstrafe - ebenfalls wegen sexuellen Missbrauchs - abgesessen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass vom Angeklagten weitere Sexualstraftaten zu erwarten seien. Deshalb soll über eine dauerhafte Unterbringung des Mannes in einer Psychiatrie entschieden werden.

dpa

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