Zugunglück an Bahnübergang in Penzberg: Eine tote Person, 30 verletzte Bahninsassen

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Kein Ort für Unterhaltung: Der Eingang zur KZ-Gedenkstätte Dachau.

Protest gegen App

In KZ-Gedenkstätte Dachau: Virtueller Kampf in Handy-Spiel

München - Im Smartphone-Spiel "Ingress" wird virtuell um echte Orte gekämpft – bisher auch in KZ-Gedenkstätten, unter anderem in Dachau. Holocaust-Überlebende haben dafür kein Verständnis.

Nach Protesten von Holocaust-Überlebenden gegen das Smartphone-Spiel „Ingress“ hat sich John Hanke, Gründer der Google-Tochter Niantic Labs, öffentlich entschuldigt. Die Nazi-Opfer hatten kritisiert, dass KZ-Gedenkstätten in Deutschland und Polen als Spielfelder für „Ingress“ benutzt worden sind. Auch die KZ-Gedenkstätte Dachau wurde als Schauplatz für das Spiel genutzt. Hanke kündigte die Löschung dieser Spielorte an.

„Nachdem wir darüber in Kenntnis gesetzt wurden, dass einige historische Marker auf Geländen von ehemaligen deutschen Konzentrationslagern hinzugefügt wurden, haben wir erkannt, dass dies unseren Richtlinien widerspricht“, erklärte Hanke gestern. „Wir haben daher damit begonnen, derlei Plätze für Deutschland und andernorts in Europa herauszunehmen.“

Bei „Ingress“ handelt es sich um ein sogenanntes „Augmented-Reality-Game“, das weltweit von Millionen Nutzern auf Smartphones und Tablet-Computern gespielt wird. Dabei wird ein fiktives Spielszenario mit realen Schauplätzen verknüpft. Die Spieler werfen sich in eine Eroberungsschlacht in einer virtuellen Welt. Sie müssen sich an bestimmte Orte in der realen Welt begeben, also bestimmten GPS-Koordinaten folgen, um dort virtuell am Handy sogenannte Portale zu erobern und zu zerstören.

Solche Portale wurden laut einem Bericht der Wochenzeitung „Die Zeit“ auch an Holocaust-Gedenkstätten und auf dem Gelände ehemaliger Konzentrationslager errichtet. Die Standorte wurden von den Spielern vorgeschlagen und dann von Niantic Labs freigeschaltet. Nur wer vor Ort ist, kann die Portale „hacken“ und so seinem gewählten Team einen Vorteil im Spiel verschaffen. Wer an dem realen Schauplatz neben einem „Ingress“-Spieler steht, bekommt davon nichts mit. Ob Spieler nur wegen „Ingress“ etwa die Dachauer KZ-Gedenkstätte besuchten, lässt sich deshalb kaum nachvollziehen. Weltweit sind seit der Veröffentlichung des Spiels im Jahr 2013 rund drei Millionen Portale installiert worden.

Gabriele Hammermann, die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, erklärte gestern, der Friedhof sei für die Hinterbliebenen ein wichtiger Ort der Trauer. „Dass er von Google für ein Unterhaltungsspiel benutzt wird, ist eine Demütigung der Opfer und der Angehörigen.“ Google müsse selbst dafür sorgen, dass keine Gedenkstätten des Holocaust zu Spielzwecken missbraucht werden.    

dg/lby

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